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11.07.2014- KUKA, ein Hersteller von Industrierobotern, bringt durch einen SAP-Rollout mehr Transparenz in den Einkauf und die Finanzbuchhaltung der chinesischen Tochtergesellschaft und tauscht über eine Schnittstelle Daten mit dem „Golden-Tax-System“ aus. Interne Bestellprozesse zwischen China und der deutschen Zentrale laufen jetzt IT-gestützt und ohne Medienbruch.

KUKA Roboter mit SAP Rollout
Datenbrücke verbindet China und Deutschland

Ob Karosserieherstellung, Lackierung und Endmontage von Autos, Kunststoffherstellung oder Metallverarbeitung: Aus diesen und vielen weiteren Einsatzbereichen sind moderne, PC-gesteuerte Industrieroboter nicht mehr wegzudenken. Sie helfen bei der Automatisierung der Produktionsprozesse oder in der Logistik und tragen dazu bei, Abläufe zu verbessern und flexibler zu gestalten.

Prozesse unter einem ERP-Dach bündeln

Einer der führenden Anbieter in diesem Bereich ist die KUKA Roboter GmbH aus Augsburg. Das international tätige Unternehmen entwickelt und fertigt Industrieroboter sowie die dafür notwendigen Steuerungen und Softwarelösungen. Die Roboter werden rund um den Globus vertrieben. Mit 25 Tochtergesellschaften ist die KUKA Roboter GmbH in den wichtigsten Märkten Europas, Amerikas und Asiens vertreten; sie erwirtschaftete 2012 mit weltweit knapp 3.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 742 Millionen Euro.

Der Roboterhersteller steht im globalen Wettbewerb. Somit stellen die Durchgängigkeit und Standardisierung der Betriebsabläufe und der reibungslose Informations- und Datenaustausch zwischen den Gesellschaften strategische Faktoren für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg dar. Zu diesem Zweck müssen alle Standorte und Geschäftsprozesse unter einem zentralen IT-Dach zusammengeführt werden. Die Grundlagen dafür hat die KUKA Roboter GmbH bereits gelegt: Das Unternehmen bildet seine Abläufe mit den integrierten Funktionen der Geschäftssoftware SAP ERP ab und hat dazu einen zentralen Mandanten in Augsburg aufgebaut.

China als Wachstumsmotor

Die dort definierten IT-Prozesse sollen über ein SAP-Template nach und nach in allen Produktionswerken etabliert werden. Derzeit arbeiten die Standorte in Frankreich, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn
mit dem SAP-System; gerade eben hat die KUKA Roboter GmbH auf der Basis des SAP-Templates auch die chinesische Tochtergesellschaft in Shanghai in die ERP-Lösung integriert. In diesem Zusammenhang mussten die SAP-Funktionen für die Materialwirtschaft, den Vertrieb und Versand sowie für die Finanzbuchhaltung und das Controlling lediglich an die Anforderungen vor Ort angepasst werden.

Die Einbindung der Gesellschaft in China war zwingend erforderlich, da sich das Land für KUKA inzwischen zu einem Wachstumsmotor entwickelt hat: Der Markt wächst jedes Jahr zweistellig. In Shanghai sind aktuell rund 130 Mitarbeiter im Robotergeschäft von KUKA tätig. Aktuell entsteht ein neues Werk mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern, in dem ab Ende 2013 die KR-QUANTEC-Roboterserie und KR-C4-Steuerungssysteme montiert werden sollen.

Durchgängige Abläufe, geringere Prozesskosten

Um die Anteile in dem heiß umkämpften Markt für Industrieroboter in China weiter auszubauen, benötigt die chinesische KUKA-Tochter effiziente und transparente Geschäftsprozesse vom Einkauf über den Vertrieb bis hinein in die Finanzbuchhaltung und das Controlling. Durch den Rollout des SAP ERP-Templates ist man diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen.

So orientiert sich der Einkauf von Materialien wie auch die Bereitstellung für die Produktion jetzt am tatsächlichen Bedarf; die Abläufe von der Bedarfsplanung über die Beschaffung beim Lieferanten bis hin zur Auslieferung an die Kunden lassen sich somit exakt steuern.

Aufgrund der durchgängigen Arbeitsprozesse und Belegflüsse konnte die chinesische Tochter die Auskunftsfähigkeit gegenüber ihren Kunden verbessern. Zugleich ließen sich die Prozesskosten entlang der Wertschöpfungskette reduzieren, denn Auftrags-, Bestell- und Materialinformationen werden über SAP ERP vollständig IT-gestützt mit der Zentrale ausgetauscht.

Finanzabschlüsse einfacher erstellen

Finanz- und Kennzahlen in China werden nun ebenfalls ausschließlich in SAP ERP geführt. Das hat für KUKA gleich mehrere Vorteile: Zum einen erhält die Geschäftsführung vor Ort in China alle wichtigen finanziellen Kennzahlen auf einen Blick und kann dadurch die geschäftliche Entwicklung noch gezielter steuern. Zum anderen kann das zentrale Controlling in Augsburg gleichfalls auf die Finanzzahlen aus China zugreifen, sie konsolidieren und damit Abschlüsse einfacher und schneller erstellen. Dadurch erhält auch das Management in der Zentrale zeitnahe Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung der chinesischen Gesellschaft.

ORBIS-Berater mit hoher Kompetenz

Mit dem SAP Rollout in China wie auch mit der dadurch notwendigen Optimierung des SAP-Rechnungswesens hatte die KUKA Roboter GmbH das IT-Beratungsunternehmen ORBIS aus Saarbrücken beauftragt. Dank der partnerschaftlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit konnte die Implementierung innerhalb des veranschlagten Zeitrahmens erfolgreich abgeschlossen werden.

Die fristgerechte Umsetzung gelang auch deshalb, weil das Projekt von ORBIS Consulting Shanghai mit lokalen chinesischen Beratern durchgeführt wurde. Diese sind mit den regionalen Besonderheiten in China vertraut, gerade im Hinblick auf die Finanzbuchhaltung oder den Datenaustausch mit den Finanzbehörden, der über das staatlich kontrollierte „Golden-Tax-System“ erfolgt.

Golden-Tax-Anforderungen erfüllen

Da die direkte Datenübertragung zwischen SAP und der Fiskalsoftware schwierig ist, nutzt KUKA für den Datenaustausch in Shanghai das ORBIS Golden Tax Interface (GTI) als bidirektionale Schnittstelle. Das vereinfacht die Erstellung Golden-Tax-konformer Rechnungen, die in der Fiskallösung erfolgt. Die dazu nötigen Daten aus dem SAP-System werden vom GTI in ein für das Golden-Tax-System lesefähiges Datenformat umgewandelt und in dieses übertragen. Im Gegenzug lassen sich Daten aus der Fiskalsoftware in ein SAP-kompatibles Datenformat umformen und in die ERP-Lösung einspielen.
Im Rahmen der Finanzabschlüsse müssen den chinesischen Finanzbehörden auch bestimmte Berichte vorgelegt werden, ohne die sie die Buchführung nicht abnehmen. Dazu zählen unter anderem die Bilanzaufstellung, die Gewinn- und Verlustrechnung oder der Cashflow-Report. Diese obligatorischen Berichte kann KUKA mit dem ORBIS FI-Reporting-Package jetzt komfortabel erstellen, da sie in der SAP-basierten „Out-of-the-Box“-Lösung vorkonfiguriert bereitstehen. Zugleich kann die chinesische KUKA-Tochter mit der e-Banking-Lösung von ORBIS über vordefinierte Zahlungsträgerformate Daten zwischen dem SAP-System und lokalen chinesischen Banken austauschen.

Schulungen in Landessprache

Als besonders vorteilhaft erwies sich, dass die Berater von ORBIS Consulting Shanghai die Key-User in China in der Landessprache für den Umgang mit der SAP-Software ausbildeten und die erforderlichen Schulungsunterlagen in chinesischer Sprache zur Verfügung stellten. Dadurch konnte die Einführung zügig durchgeführt werden. Durch ein regelmäßiges Projekt-Reporting wurde das Management sowohl in China wie auch in Deutschland über den aktuellen Stand der Implementierung stets auf dem Laufenden gehalten.

KUKA hat ORBIS nach dem erfolgreichen Produktivstart der SAP-Lösung in Shanghai auch mit dem laufenden Support der ERP-Anwendung beauftragt. Außerdem fungieren die Berater des IT-Dienstleisters als „Kommunikationsbrücke“ zwischen den chinesischen Key-Usern und der KUKA-IT in

Web: www.kuka.com