Seite wählen

Karlsruhe,24.05.2011– Die Bedeutung und Attraktivität von On-Demand-Angeboten hat bei CRM-Software zweifellos zugenommen. Von einem Durchbruch für die Cloud-Software kann allerdings keine Rede sein. Bei der Suche nach Ursachen gewinne ich den Eindruck, dass die Idee der reinen Weblösung zur Miete unter dem ständigen Wechsel immer neuer Namen ohne wirklich neue Inhalte leidet und sich in keiner Variante so richtig entfalten kann. So trägt die zunehmende Vielfalt an phantastischen Namen für die gleiche Sache eher zur Verwirrung bei. Wer sich vorgestern für CRM-on-Demand entschieden hatte, bekam gestern eine Bestätigung für Software-as-a-Service (SaaS) und heute einen Vertrag über Cloud Computing.

Ebenso hinderlich für eine breite Akzeptanz ist die Vermischung der Themen technische Installation und Finanzierungsmodell. Die klassische Softwarelizenz kommt nur im Zusammenhang mit einer On-Premise-Lösung vor. Von der Softwaremiete bei On Premise spricht niemand, obwohl es diese Finanzierungsvariante längst gibt. Auch umgekehrt wären einmalige Lizenzen für eine nur online über den Browser zugängliche On-Demand-Lösung zu prüfen. Die Marktdurchdringung leidet auch unter ungünstigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen gegenüber der Einmallizenz. Bei mehrjähriger Betrachtung schneidet die Mietlösung im Kostenvergleich oft schlecht ab, auch wenn sie technisch und funktional durchaus Vorteile bieten würde.

So sich Salesforce.com auch zur alternativlosen Strategie der extern gehosteten Web-Lösung bekennt und nicht für die unsichere Abnehmerschaft eine Inhouse-Lösung bereit stellt – der deutsche Mittelstand bleibt bislang skeptisch. Es fehlt offenbar an Transparenz über die Unterschiede der beiden Geschäftsmodelle und an schlagkräftigen Argumenten für oder gegen eine der Lösungen. Wer auch offline mit seiner Kundendatenbank arbeiten möchte, wird mit dem On-Demand-Modell nicht glücklich. Die Online-Lösung verspricht andererseits demjenigen Vorteile, der keine Scheu vor der Abhängigkeit vom Webbrowser und einem externen Rechenzentrum hat, und zudem auch keine hohe Integration in andere Inhouse-Systeme benötigt.

Der nun schon über zehn Jahre dauernde Wettstreit um die bessere Lösung ist meines Erachtens müssig. Sowohl die Cloud als auch Inhouse-Lösungen weisen je nach Einsatzbedingungen Vor- und Nachteile auf. Daher werden die beiden Welten nebeneinander bestehen bleiben und sich auch gegenseitig befruchten.

Wolfgang Schwetz, Inhaber von schwetz sonsulting, zählt seit fast 20 Jahren zu den führenden herstellerneutralen CRM-Beratern in Deutschland.www.schwetz.de