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(Karlsruhe, 20.08.2002 / WS) Während
der europäische IT-Marktforscher PAC für den deutschen
Markt des Kundenbeziehungs-Managements (CRM – Customer Relationship
Management) ein ungeheures Potenzial mit einem jährlichen
Wachstum von mehr als 35 Prozent bis 2003 prognostiziert, kommt
eine Studie des Marktforschungs-Unternehmens Forrester zu der
Erkenntnis, dass der CRM-Markt im Jahr 2002 einen Rückgang von
rund fünf Prozent hinnehmen muss. Zwischen 2002 und 2007 soll
der Markt allerdings jährlich um durchschnittlich 11,5 Prozent
zulegen. Bis 2007 soll der Teilmarkt Services auf ein Umsatzvolumen
von rund 42 Milliarden US-Dollar anwachsen. Der Absatz von
CRM-Applikationen soll Forrester zufolge im nächsten Jahr um
6,8 Prozent steigen, im Jahr 2004 um 14 Prozent.

Ungewöhnlich rosig sieht auch AMR Research im etwas
erlahmten IT-Umfeld die Zukunft der Hersteller von CRM-Software.
AMR Research prognostiziert für die nächsten Jahre ein
jährliches Wachstum von 25 bis 30 Prozent, im Jahr 2006 soll
das weltweite Marktvolumen rund 26 Milliarden US-Dollar betragen.
Die größten Umsatzschübe bescheren die Segmente
Sales Force Automation und Partner Relationship Management
(PRM).

Wolfgang Schwetz (schwetz consulting) hat in seiner
Einschätzung des deutschsprachigen CRM-Marktes Anfang dieses
Jahres das Wachstum der CRM-Branche auf realistische 10 bis 15
Prozent gedrückt und betrachtet diese Prognosen angesichts
mehrerer Insolvenzanträge und Personalentlassungen seitens der
Anbieter im Laufe der ersten 3 Quartale als weiterhin optimistisch.
Ein Beispiel dafür sind die Wiener Update.com AG, die mit
ehrgeizigen 30 Prozent Wachstum in dieses Jahr gestartet waren und
nach dem 2. Quartal nunmehr auf das von Schwetz prognostizierte
Niveau von 14 Prozent einschwenken mussten. Rund eine halbe Million
Unternehmen in Deutschland, von denen erst etwa 10 Prozent
professionelle CRM-Systeme einsetzen, stellen ein riesiges
Wachstumspotenzial für die rund 120 CRM-Anbieter im
deutschsprachigen Markt dar und sollten für gut gerüstete
CRM-Anbieter auf Dauer für eine gute Auslastung sorgen. Die
Vorzeichen stehen selbst in der derzeit herrschenden
Wirtschaftskrise für CRM positiv, da die Unternehmensleitungen
in vielen Branchen das Kundenbeziehungsmanagement immer
stärker als eine wirksame Strategie zur systematischen
Kundenbindung und Kundengewinnung erkennen. Das ungebremste
Interesse an CRM signalisieren auch gut besuchte
Fachveranstaltungen und CRM-Ausstellungen.

Wolfgang Schwetz