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Europas größter Softwarekonzern SAP
hat in den ersten drei Monaten des Jahres trotz
Umsatzrückgangs seinen Gewinn deutlich gesteigert. Für
das positive Ergebnis ist vor allem das eiserne Sparprogramm der
Walldorfer verantwortlich.

Walldorf – Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis
sei im ersten Quartal dieses Jahres um 28 Prozent auf 304 Millionen
Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Walldorf
mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt nur mit
262 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz mit Softwarelizenzen sank
indes um zwölf Prozent auf 352 Millionen Euro und lag damit am
unteren Ende der Erwartungen.

Die in der Branche viel beachtete operative Marge verbesserte
sich auf 20 Prozent von 14 Prozent vom Umsatz. Angesichts dessen
hielt SAP an den Erwartungen für das laufende Jahr fest: Der
Konzern traut sich weiter einen Anstieg der operativen Marge um
ungefähr einen Prozentpunkt gegenüber den 2002 erreichten
22,7 Prozent zu.

Der Anstieg des Euro machte sich im ersten Quartal vor allem im
Amerika-Geschäft bemerkbar. Auf dem zweitwichtigsten Markt
für SAP ging der Konzernumsatz um 20 Prozent zurück,
während er bei konstanten Wechselkursen um ein Prozent
gestiegen wäre. Weltweit sank der Umsatz um acht Prozent auf
1,52 Milliarden Euro von 1,66 Milliarden Euro, ohne
Währungseinflüsse wäre er hingegen um ein Prozent
gestiegen.

Besser als die Konkurrenz
Das Nettoergebnis verdreifachte sich nach dem Wegfall der
Sonderbelastungen für die US-Internet-Tochter Commerce One in
den ersten drei Monaten 2003 auf 186 Millionen Euro von 65
Millionen Euro. Seine gesamten Kosten drückte SAP im ersten
Quartal auf 1,22 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern
noch rund 1,47 Milliarden Euro ausgegeben.

„Wir konzentrieren uns auf die Erhöhung unseres
Marktanteils und das Management der von uns beeinflussbaren
Kenngrößen. Wir arbeiten weiter hart daran, unsere
Effizienz zu steigern“, sagte Vorstandssprecher Henning Kagermann.
Im Vergleich zu den großen fünf Wettbewerbern sei der
Marktanteil bei den Softwarelizenzen am Ende des ersten Quartals
auf 54 von 51 Prozent Ende Dezember gestiegen. Die US-Konkurrenten
Siebel Systems und PeopleSoft hatten im ersten Quartal die
Erwartungen im Lizenzverkauf weit verfehlt.

Quelle: SPIEGEL ONLINE – 17. April 2003
URL: http://www.spiegel.de