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Computerwelt Online vom 16.08.2001
Update-Chef Gerhard Schuberth macht im Zuge seines Sanierungskurses
auch vor sich selbst nicht halt: „Der Gang mit meinem Büro
wird eingespart, der Flügel vermietet.“ Schuberth
übernahm im Mai den am Frankfurter Neuen Markt notierten
Wiener eCRM-Softwarehersteller. Beim Restrukturierungsplan, den er
gar nicht angekündigt, sondern gleich durchzogen habe, „haben
wir ordentlich die Fettränder weggeschnitten, mussten aber
nicht ins Fleisch“.

Ein schwerer Fehler des alten Managements sei es gewesen die
Kernkompetenz auszulagern, deshalb habe er auch fünf
Entwicklungszentren zu einem zusammengefasst: „Update hat es
geschafft, in Indien teurer zu entwickeln als in Wien,“ weiß
Schuberth zu berichten. Der Abbau von rund 75 Mitarbeitern, das
entspricht fast einem Drittel der Belegschaft, sei so gut wie
abgeschlossen. „Wir haben nicht Köpfe, sondern Geld
eingespart“, rechnet Schuberth vor. Inzwischen suche das
Unternehmen in Österreich und in Deutschland in Summe zehn
Mitarbeiter in allen Bereichen. Zusätzlich zu den
durchgeführten Einsparungen gilt es Schuberth zufolge, das
Vertrauen der Kunden wieder zu gewinnen. „Sie haben
Investitionsentscheidungen bei uns zurückgeschoben, sind aber
noch nicht zum Mitbewerb gewechselt.“ Die Umsatzerwartungen
für heuer von 16,5 Mio. Euro seien sehr konservativ und
„müssen machbar sein“, zeigt sich Schuberth überzeugt.
Für 2002 peilt er eine 30-prozentige Umsatzsteigerung an.