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Karlsruhe, 08.August 2003. Mit TPS Labs GmbH hat
ein weiterer, ehemals führender CRM-Anbieter, seinen Betrieb
eingestellt. Dabei verkündete die Bäurer-Tochter noch im
März dieses Jahres in einer Pressemeldung optimistisch „TPS
Labs blickt zuversichtlich ins Jahr 2003“.

Seit dem 01.12.2002 befand sich die Münchner TPS Labs GmbH
in der endgültigen Insolvenz unter der Betreuung der
renommierten Kanzlei Wellensiek, Grub & Partner mit Dr. Grub
als Insolvenzverwalter. Noch im Dezember wurde der neue Business
Plan entwickelt und eine Restrukturierung innerhalb des
Unternehmens durchgeführt. Der Budgetplan wies damals bei
konservativer Planung ein positives Ergebnis aus. Tragende
Säule hierfür war das unverändert gute
Bestandskundengeschäft, was auch im ersten Quartal wieder
durch einige Projekterfolge unterstrichen werden konnte.

Auch die seit Februar wieder intensiv laufenden Gespräche
mit potenziellen Interessenten und strategischen Investoren konnten
nun nicht verhindern, dass am 09. Mai 2003 der Betrieb
aufgelöst werden musste. Lediglich ein kleines Wartungsteam
kümmert sich jetzt um die Betreuung bestehender Kunden.

Damit scheidet ein führender CRM-Anbieter aus dem Markt
aus, der ursprünglich 1991 von Philipp Debbas und Till Gartner
gegründet und 1997 in die TPS Labs GmbH umgewandelt wurde.
Beflügelt vom damaligen Boom gelang es den
Firmengründern, mit insgesamt rund 18 Mio EUR Venture Capital
den Personalstand auf über 120 hochzuschrauben, um für
den Börsengang gerüstet zu sein. Allerdings
erfüllten sich diese Erwartungen ebenso wenig wie angepeilte
Großaufträge, so dass es trotz massivem Personalabbau im
März 2000 zum ersten Insolvenzantrag kam. Für den auf
Expansionskurs befindlichen mittelständischen ERP-Hersteller
Bäurer AG war die TPS Labs ein Schnäppchen, zumal im
Produktportfolio das Thema CRM ohnehin noch nicht besetzt war.
Bereits im Jahr der Übernahme durch die Bäurer AG gelang
es der auf Energieversorgungsunternehmen, IT /High-Tech-Unternehmen
und die Automobilindustrie spezialisierten TPS Labs GmbH nach einer
Umstrukturierungsphase, den auf 4 Millionen DM geschrumpften
Jahresumsatz mit Bestandskunden wie VW und Hewlett Packard auf
knapp 10 Millionen DM zu steigern. In der Folge des seit Dezember
2002 eröffneten Insolvenzverfahrens der Bäurer AG
gestaltete sich das Neukundengeschäft für den ehemals
renommierten CRM-Hersteller sehr schwierig. Schließlich
standen auch die Bäurer-Tochtergesellschaften wie TPS Labs zum
Verkauf an. Allerdings blieb die Suche nach einem Investor seit
Herbst 2002 erfolglos, sodass sich der Insolvenzverwalter im Mai
zur Schließung des auf weniger als 10 Mann geschrumpften
Betriebs durchringen musste.