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Der Anbieter der gleichnamigen
Open-Source-Software für das Customer-Relationship-Management
(CRM) will mit deutschen Unternehmen ins Geschäft kommen. Eine
lokale Niederlassung sowie deutschsprachiger Support sollen dabei
helfen. Künftig liefert die Firma das Produkt mit
Integrationsbausteinen für gängige ERP-Systeme
aus.

Derzeit zählt Sugar CRM in Deutschland gerade mal 75
Kunden. Nach Angaben von Clint Oram, Europachef und Mitgründer
der kalifornischen Firma, sind das Anwender, die das CRM-Produkt
entweder erworben haben oder zur Miete nutzen (On-Demand). Weit
mehr deutsche Nutzer haben Oram zufolge die „Community Edition“ von
Sugar CRM heruntergeladen. Das Verhältnis liegt nach
Firmenangaben bei zehn zu eins. Die kostenlose Variante der
Software setzt auf der gleichen quelloffenen Codebasis auf wie die
kommerziellen Produkte, die aber Zusatzbausteine beinhalten.
Beispielsweise verfügt das Kaufprodukt über ein Modul
für das Projekt-Management.

Die Downloads des kostenfreien Open-Source-Programms nutzt Sugar
CRM zur Marktforschung. „In Ländern, wo besonders viele User
die Software herunterladen, entsteht für uns ein Absatzmarkt“,
so der Manager. „Zwischen zehn bis 15 Downloads im Monat gehen von
deutschen Site-Besuchern aus“, hat Oram festgestellt. Aus diesem
Grund will sich die Firma nun auch in Deutschland niederlassen.
Sugar CRM setzt darauf, dass Unternehmen die kostenfreie
Lösung für gut befinden und sich dann ein kommerzielles
Produkt des Anbieters zulegen.

Deutschsprachiger CRM-Support aus Dublin

Bisher war das Unternehmen in Deutschland nur über
vergleichsweise kleine Partnerunternehmen beziehungsweise wenige
internationale Systemintegratoren wie die zu Novell gehörende
Cambridge Technology Partners vertreten. Nun errichtet die Firma
eine eigene Niederlassung in München. Das lokale Büro
dient laut Oram dazu, vor Ort bei Firmenkunden präsent zu sein
und das Partnernetz zu erweitern. Den deutschsprachigen Support
soll der Firmensitz in Dublin übernehmen.

Ajax, MySQL und PHP

Überzeugen soll die Käufer der vergleichsweise
günstige Preis des Produkts sowie die moderne Technik. Sugar
CRM setzt auf der frei verfügbaren Skriptsprache PHP auf und
läuft auf Linux sowie Windows. Neben MySQL arbeitet das
Programm mit der Datenbank von Microsoft und Oracle zusammen. Seit
Version 5.0 verfügt die Software über ein
Ajax-basierendes Interface (Asynchronous Javascript and XML).
Einerseits soll dies ein interaktives Arbeiten im Web-Browser
erlauben, und zwar ohne das lästige Neuladen der Web-Seiten.
Andererseits sind die Nutzer damit in der Lage, Inhaltsbausteine
wie etwa Kundenlisten und Diagramme beliebig auf dem Bildschirm zu
platzieren sowie das Erscheinungsbild über Themes anzupassen.
Über eine integrierte Administrationsoberfläche lassen
sich Felder hinzufügen und Masken verändern sowie
Datenfelder in die Datenbank einfügen.

„Konkurrenten wie Siebel und Salesforce.com können keine so
moderne Plattform bieten, da sie wesentlich früher als wir
ihre Produkte entwickelt haben“, behauptet Oram und verweist auf
das zarte Alter seines Unternehmens: Sugar CRM wurde erst 2004
gegründet.

ERP-Integration ist oft noch Handarbeit

Was die Wettbewerber dem Herausforderer voraus haben, ist die
Integration von Drittsoftware und Datenbanken. Die muss der
Anwender in der Sugar-CRM-Umgebung oft noch von Hand in PHP
kodieren. Dabei will es Oram nicht bewenden lassen: In den
nächsten zwölf bis 18 Monaten möchte Sugar CRM
Integrationsmodule einfügen, damit Firmen beispielsweise
Business-Software von SAP über vorgefertigte Bausteine
einbinden können. Für manche ERP-Produkte haben
Partnerunternehmen solche Module bereits entwickelt; zum Teil sind
diese auf einem Online-Marktplatz für Erweiterungen („Sugar
Exchange“) zu haben.

Einige Spezialisten nehmen dem Anwender die Integrationsarbeit
ab. Der Partner Kinamu aus Österreich bietet ein Komplettpaket
bestehend aus „SAP ERP“ und Sugar CRM an. Die vorintegrierten
Lösungen laufen auf einer Appliance und werden dem Kunden
gegen eine monatliche Gebühr zur Verfügung gestellt.

Falls die anzubindende Applikation bereits über
Web-Services-Schnittstellen verfügt, können
Sugar-CRM-Nutzer diese auch über die Integrationskomponente
„Sugarsoap“ andocken. Sugarsoap bezeichnet der Hersteller als
Sammlung von Release-festen Schnittstellenbeschreibungen, die
Funktionen der CRM-Software als Web-Service zur Verfügung
stellen.

Weiter lesen unter:www.computerwoche.de/knowledge_center/enterprise_resource_planning/1853633/?NLC-Newsletter&nlid=1853633%20Software