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Der zum polnischen Software- und Systemhaus
Comarch gehörende ERP-Anbieter SoftM will mit der
nächsten Version von Semiramis Partnerlösungen über
eine Add-on-Technik besser unterstützen. Im Geschäft mit
branchenorientierten ERP-Systemen konkurriert SoftM unter anderem
mit proALPHA und SAP.

Partnerlösungen für die Java-basierende ERP-Software
Semiramis gibt es schon heute. Es handelt sich dabei meist um
vertikale Entwicklungen eines Softwarepartners. Dazu zählen
Branchenprodukte etwa für die Textilindustrie und den
Maschinenbau. Das nächste Release (Projekt „Magellan“) soll es
erlauben, Partnerentwicklungen zu kombinieren und so spezifische
Kundenanforderungen schneller abdecken zu können.

Solche Add-ons sollen den Basisfunktionsumfang von Semiramis
erweitern, ohne dass dazu ein neues Softwarerelease erforderlich
ist. Add-ons könnten beispielsweise eine Tourenplanung, eine
Vertragsverwaltung oder eine Computer-Telefonie-Anbindung sein und
von unterschiedlichen Partnern stammen. Zudem sind von SoftM
entwickelte Add-ons denkbar, beispielsweise um
Schnittstellenanforderungen für die Zollabwicklung umzusetzen.
Damit möchte sich der ERP-Anbieter in die Lage versetzen,
Softwareinnovationen auch unabhängig von Release-Zyklen sowie
ohne tief greifende Modifikationen am Softwarestandard an die
Kunden auszuliefern.

Stabile ERP-Schnittstellen

Add-ons setzen auf definierten, Release-festen Schnittstellen
auf. Auch nach einem Release-Wechsel sollen die Interfaces erhalten
bleiben. Der Hersteller spricht hier von „Hook“-Schnittstellen.

Während Branchenlösungen mit weit reichenden
Modifikationen in der Standardsoftware einhergehen, sind
vergleichbare Programmänderungen bei Add-ons nicht
vonnöten, so SoftM. Es wird aber weiterhin
Branchenlösungen geben. Die neuen Erweiterungsmodule sind
somit eine ergänzende Möglichkeit für Partner,
zusätzliche Funktionen zu entwickeln. Auf diese Weise will das
Softwareunternehmen ferner verhindern, dass zwei Partner
unwissentlich sehr ähnliche Module entwickeln.

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Bereits vorhandene Add-ons möchte SoftM in einem
elektronischen Katalog für die Partner vorhalten. Für die
Zukunft ist geplant, Add-ons auch direkt den Endbenutzern
anzubieten. Die Magellan-Entwicklung will SoftM mit dem
nächsten Major-Release von Semiramis in der ersten
Jahreshälfte 2010 ausliefern.

ERP-Workflow und BPM mit Xpert.Ivy

Auf Funktionserweiterung zielt auch das Workflow-Konzept von
SoftM ab. Partnerfirmen erhalten laut Hersteller damit die
Möglichkeit, neue Geschäftsprozesse auf der Grundlage der
Business-Process-Management-Plattform (BPM) „Xpert.Ivy“ zu
erstellen. Nach Firmenangaben lassen sich damit Abläufe wie
etwa die dezentrale Stammdatenverwaltung oder eine
Rechnungseingangsprüfung realisieren, ohne die
Programmfunktionen zu ändern beziehungsweise neuen Code zu
schreiben. Über eine grafische Design-Oberfläche erzeugt
der Entwickler Abläufe und verbindet sie mit entsprechenden
Semiramis-Funktionen sowie Datenbankfeldern.

Auf der ERP-Suche?

Bei der Suche nach einem passenden ERP-System hilft Ihnen der
ERP-Matchmaker von Trovarit und der COMPUTERWOCHE.

Sind Benutzereingaben wie Freigaben oder Prüfungen
erforderlich, können Aktivitäten erzeugt und an das
interne Workflow-System der ERP-Lösung übergeben werden.
Das Xpert.Ivy-Framework will SoftM künftig gemeinsam mit
einigen vordefinierten Standardprozessen ausliefern. Angeboten wird
die BPM-Umgebung bereits für die „SoftM Suite“, dem
System-i-gestützten (AS/400) ERP-System des Anbieters und
für das Dokumenten-Management-System „Solitas DMS“.

SoftM gehört mittlerweile fast vollständig dem in
Krakau beheimateten IT-Unternehmens Comarch. Der polnische Konzern
erwirtschaftet seinen Umsatz hauptsächlich mit Software
für Verwaltungen, Banken, Telekommunikationsfirmen und
ERP-Software für kleine Firmen. Der gesamte Jahresumsatz des
Konzerns wird voraussichtlich bei etwa 180 Millionen Euro liegen.
Zusammen mit SoftM wollen die Polen in diesem Jahr etwa 240
Millionen Euro umsetzen.

Derzeit werden in Warschau Softwarespezialisten von Comarch
ausgebildet, die bei der Weiterentwicklung von Semiramis helfen
sollen. Zudem prüft SoftM, welche Comarch-Technik für
Semiramis taugt. Dazu zählen beispielsweise
Business-Intelligence- und Dokumenten-Management-Funktionen der
Polen.

Weiter lesen unter:www.computerwoche.de/knowledge_center/erp/1894047/