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Nicht nur der starke Hardware-Sektor mit Apple
und IBM beflügelt die Nasdaq den zweiten Tag hintereinander.
Auch die jüngsten Daten zur US-Konjunktur führen dazu,
dass der Index seine Gewinnsträhne ausbaut. Microsoft, Siebel
und Oracle legen ebenfalls kräftig zu.

Mit einem Schlussstand von 2.182 Punkten gewinnt der
Technologie-Index Nasdaq 4,9% oder 103 Punkte. Bislang fällt
so auch die Wochenbilanz positiv aus.

Dass der Hardware-Bereich am heutigen Donnerstag stark sein
würde, zeichnete sich bereits gestern nach Börsenschluss
ab. Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen des Hardwaregiganten
IBM und auch die überraschend positven Ergebnisse des
PC-Herstellers Apple ließen hoffen . Und das Versprechen wird
wahr: IBM steigt um 7,8% auf 114,82$ und Apple geht sogar um 12,5%
auf 25,65$ nach oben.

Stark auch der Marktführer im Bereich Speichernetzwerke
EMC. Zwar erfüllt dieser nur die gesenkten Erwartungen , das
reicht aber für ein Kursplus von 17% auf 42,90$. Besser macht
es der finanziell angeschlagenen Hersteller von Kopiergeräten
Xerox. Hier beträgt der Kursgewinn sogar 37,7% auf 8,82$,
nachdem man die Erwartungen um 16 Cent pro Aktie
übertrifft.

Auch die Software-Aktien steigen klar. Allen voran der Anbieter
von Kundenmanagement-Software Siebel Systems. Um 34,9% auf 45,85$
geht es für das Papier nach oben. Der Gewinn pro Aktie des
Unternehmens liegt im ersten Quartal 1 Cent über den
Erwartungen und der Umsatz steigt um 84%. Da macht auch der
negative Ausblick auf die Zukunft den Anlegern keine Angst .

Auch für den Softwaregiganten Microsoft geht es nach oben,
wenn auch in gemäßigterem Tempo. Das Plus beträgt
immerhin 3,7% auf 67,88$. An der Wall Street wird erwartet, dass
Microsoft die nachbörslich anstehenden Zahlen, wie immer seit
1997, übertrifft . Schlecht steht es hingegen um den Anbieter
von Software für elektronische Handelsplätze i2
Technologies, der zwar die Erwartungen erfüllt, aber in den
kommenden Quartalen mit weiteren Verlusten rechnet. I2 gibt 5,6%
auf 18,85$ ab.

Anders der Datenbankspezialist Oracle, der 12,6% auf 20,18$
gewinnt. Hintergrund sind hier u.a. wohl die guten Zahlen des
deutschen Mitbewerbers SAP , der ebenfalls mit zweistelligen
Gewinnen aus dem Handel geht.

Aber nicht nur von Unternehmensseite gibt es gute Nachrichten.
Der so genannte Philadelphia-Fed-Index, der die Aktivität des
produzierenden Gewerbes auf regionaler Basis misst, erreicht im
April einen Stand von minus 7,2 Punkten. Im Vergleich zu den
Schätzungen (-20 Punkte) und dem Ergebnis aus dem März
(-23,5 Zähler) ist das ein gewaltiger Sprung nach oben. Zwar
ist es noch zu früh, um Entwarnung für die US-Wirtschaft
zu geben, doch mehren sich in letzter Zeit die positiven
Signale.

Autor: Björn Junker, 22:12 19.04.01 Quelle:
www.wallstreet-online.de