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Der CRM-Software-Spezialist Siebel Systems hat
angesichts der anhaltenden IT-Investitionszurückhaltung
angekündigt, die Belegschaft um rund zehn Prozent zu
reduzieren, Produktlinien zu konsolidieren und einige Bereiche ins
Ausland zu verlagern. Für das Ende Juni abgeschlossene zweite
Quartal wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 9,8 Mio. Dollar
oder zwei Cent pro Aktie aus, das sind 67 Prozent weniger als die
29,8 Mio. Dollar oder sechs Cent je Anteilschein im
Vorjahresquartal.

Der Quartalsumsatz ging im Jahresvergleich von 405,6 Mio. Dollar
um 18 Prozent auf 333,3 Mio. Dollar zurück. Das Geschäft
mit neuen Software-Lizenzen fiel dabei von 170,1 Mio. Dollar im
Vorjahresquartal um 35 Prozent auf aktuell 109,9 Mio. Dollar. Die
Ergebnisse entsprachen der Anfang des Monats gesenkten Prognose.
Für das laufende dritte Quartal erwartet das Software-Haus 320
bis 340 Mio. Dollar Umsatz (davon 100 bis 120 aus dem
Lizenzgeschäft) sowie einen Gewinn von zwei bis vier Cent pro
Aktie.

TOM SIEBEL SIEHT KEINE ERHOLUNG DER WIRTSCHAFT
„Es sieht nicht danach aus als würde sich die IT-Wirtschaft
erholen“, konstatierte CEO () Tom Siebel in einer Telefonkonferenz.
Er machte unter anderem die durch den Übernahmestreit zwischen
Oracle und Peoplesoft entstandene Unsicherheit für die
Kaufzurückhaltung verantwortlich. Siebel selbst wurde
zeitweilig als Übernahmekandidat gehandelt, ist aber auch
selbst auf der Suche nach interessanten Zukäufen. „Es steht
außer Frage, dass all diese Aktivität sich auf die
Geschäftstätigkeit im Markt für
Unternehmens-Software dämpfend ausgewirkt hat“, sagte
Siebel.

Die angekündigte Restrukturierung soll nach Angaben von
Siebel selbst bei stagnierenden Umsätzen eine operative Marge
von 15 Prozent sichern (im zweiten Quartal lag sie unter zwei
Prozent). Die Belegschaft soll dazu um rund 490 auf 5.000
Mitarbeiter verkleinert werden, Anfang 2001 hatte Siebel noch 8.300
Menschen beschäftigt. Die Firma will unter anderem durch
Konsolidierung oder Schließung von Qualitätssicherungs-
und Entwicklungsniederlassungen weiter Kosten senken und damit im
vierten Quartal dieses Jahres rund 30 Mio. Dollar und bis Mitte
2004 40 Mio. Dollar einsparen. (idg)

Quelle: www.cwonline.at