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von Wolfgang Herrmann

11.09.2013- Mit Open-Source-Lösungen
für das Kundenbeziehungs-Management in kleinen und mittelgroßen
Unternehmen ist SugarCRM bekannt geworden. Jetzt will der neue
Europachef Henning Ogberg auch in Deutschland schneller wachsen und
gegen Konkurrenten wie Salesforce.com oder Microsoft punkten.
Eine
Umsatzsteigerung von 30 bis 50 Prozent mit neuen Kunden innerhalb eines
Jahres sei durchaus realistisch, erklärte der Manager im Gespräch mit TecChannel:
„Der Markt ist groß genug für alle.“ Ogberg, der das operative Geschäft
des Anbieters in der Region Emea verantwortet, geht von weltweit rund
20 Millionen CRM-Nutzern aus. Das Potenzial liege bei rund 500 Millionen Seats. Davon will sich SugarCRM eine dicke Scheibe sichern und das Wachstum beschleunigen.
Der
kalifornische Softwarehersteller bietet seine Lösung für das Customer
Relationship Management (CRM) sowohl in einer kostenlosen Community
Edition als auch in Form kommerzieller Produkte
mit entsprechendem Support an. Die Basis bildet eine quelloffene
Software, die laut Unternehmensangaben von mehr als 30.000
Open-Source-Entwicklern gepflegt und weiterentwickelt wird.
Vor
allem auch wegen der Open-Source-Codebasis sei SugarCRM im Vergleich zu
Konkurrenzprodukten flexibler und schneller anpassbar, argumentiert
Ogberg. Der mächtige Konkurrent Salesforce.com biete demgegenüber eine
„One-for-all-Lösung“, die sich zu 70 bis 80 Prozent nicht auf
Kundenbedürfnisse anpassen lasse. Hinzu komme, dass SugarCRM in den
meisten Fällen das günstigere Angebot machen könne.

Vom Nischenanbieter zum Visionär

Geht es um
Innovationen und aktuelle Trends im CRM-Markt, sieht Ogberg SugarCRM
unter den führenden Anbietern. Das gelte beispielsweise für Mobile CRM
und Social CRM. Apps für iPhone / iPad,
Android-Geräte und weitere mobile Plattformen würden automatisch
mitgeliefert, wenn sich ein Kunde für SugarCRM entscheide. Die
Integration von Social-CRM sei weiter fortgeschritten als bei vielen
Mitbewerbern. Tatsächlich hat sich SugarCRM im „Magic Quadrant“ von
Gartner in den vergangenen Jahren vom Nischenanbieter zum „Visionär“
entwickelt. Die Kalifornier sind damit den „Leadern“ im Gartner-Modell,
darunter etwa Salesforce.com, Microsoft Dynamics CRM oder Oracle /
Siebel deutlich näher gekommen.
Natürlich
steht auch das Thema Cloud Computing bei SugarCRM auf der Agenda. Ogberg
pocht darauf, dass Kunden „völlige Wahlfreiheit“ hätten, wenn es um die
Hosting-Optionen gehe. So ließen sich die CRM-Lösungen entweder im Netzwerk
des Kunden hosten und verwalten oder aber als Cloud-Systeme in
verschiedenen Varianten betreiben. Dazu gehörten unter anderem
Private-Cloud-, Public-Cloud- oder Partner-Cloud-Lösungen. Kunden in
Deutschland nutzten derzeit noch zu 90 Prozent eine On-premise- oder
Private-Cloud-Variante.

Vertrieb über Partner – IBM gehört dazu

Den
Vertrieb organisiert SugarCRM hierzulande meist über Partner. Der
typische Kunde stammt aus dem Segment der kleinen und mittleren
Unternehmen mit 15 bis 20 CRM-Seats und etwa 50 bis 100 Mitarbeitern.
Ogberg will künftig verstärkt auch etwas größere Unternehmen gewinnen,
die mit 50 bis 500 CRM-Seats arbeiten. Das entspräche einer
Größenordnung bis zu 2000 Mitarbeitern. Helfen sollen dabei auch größere
Systemintegratoren, mit denen man in Verhandlungen stehe. Bereits auf
der Liste der Systemintegratoren für SugarCRM-Produkte steht
beispielsweise IBM.