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Tatort Moscone Center, San Francisco: Vor den
Toren der Salesforce-Hausmesse Dreamforce hatte sich die Konkurrenz
postiert. Ihr Vorwurf: Salesforce verkauft für teures Geld
alten Wein in neuen Schläuchen.

Wenn Marketing-Genie Marc Benioff, Gründer und CEO des
CRMLexikon-Pioniers Salesforce, mal loslegt, dann bleibt kein Auge
trocken und keine Geschichte unerzählt. Benioff hatte
jüngst seine Business-Memoiren „Behind the cloud“ publiziert.
Tenor: Wie ich aus Salesforce ein Milliarden-Dollar-Unternehmen
machte und die Software-Industrie revolutionierte. Benioff
inszeniert seine persönliche Erfolgsgeschichte als
Theaterstück auf der Bühne der Wirtschaft, mit
unternehmerischen Dramaturgieanweisungen, die durchaus zur
Nachahmung anregen.

Cloud Computing – ziemlich nebelig

Aber auch die Konkurrenz war früh auf den Beinen und
knüppelte zurück. Salesforce verkaufe zehn Jahre alte
Software immer noch sehr geschickt und mit riesigen Erfolg, meinen
die Manager des Open-Source-Konkurrenten SugarCRM. Die Cloud sei
eben ziemlich nebelig, dadurch verstecke sich Vieles hinter dem
Mantel des Unerkannten.

Kundenerfolg: glatte Fehlanzeige

Strategisch geschickt hatten sich die SugarCRM-Macher vor den
Toren der Salesforce-Hausmesse Dreamforce platziert und
drückten den frühmorgentlich heraneilenden
Konferenzteilnehmern ein Büchlein (Titel: Behind the Smoke
Screen) in die Hand, das grösstenteils leere Seiten enthielt:
Was weiss Salesforce über Cloud Computing – leere Seite,
glatte Fehlanzeige. Kundenerfolg mit Salesforce: „Sorry, this
feature is not available“. Schritte zur Erstellung eigener
Force.com-Apps: ein teures, verwirrendes Labyrinth.

Da werden neue Fronten sichtbar. In der Tat haben SaaS-Angebote
wie Salesforce-CRM und Open-Source-Lösungen wie SugarCRM eines
gemeinsam. Sie versprechen ihren Kunden immense Kostenersparnisse,
ein faires Preismodell, kürzere Reaktionszeiten und
höhere Flexibilität. Welches neue Beschaffungsmodell wird
in Zukunft erfolgreicher sein und den Sieg davon tragen – XaaS oder
Open-Source?

In zehn Jahren alles in der Cloud

Von Computerworld in San Francisco darauf angesprochen gibt sich
Salesforce tolerant und diplomatisch. *Beide Beschaffungsmodelle
haben ihre Existenzberechtigung und werden nebeneinander
erfolgreich sein“, meint Steve Fisher, Senior Vice President bei
Salesforce. Zunindest eine Zeit lang. In zehn Jahren aber,
prophezeit Fisher, da sei er sicher, werde ein Grossteil der
Business-IT in die Cloud gewandert sein.

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