Seite wählen

Der deutsche Software-Konzern SAP hat an seiner „Hausmesse“ Sapphire in Orlando, USA, seine Cloudpläne bekannt gegeben. Nachdem SAP nur einen geringen Teil am Cloudmarkt ausmacht, will sich der Konzern neu ausrichten und die vier Schwerpunktthemen Personal, Finanzen, Lieferkette und Kundenmanagement über das Internet bereitstellen. SAPs Lars Dalgaard erklärte, SAP wolle Produkte in der Cloud führen, die funktionieren aber gleichzeitig auch Spass machen würden. „Warum soll Apple den ganzen Spaß haben“, fragte er im Hamburger Abendblatt.

Der neue SAP-Vorstand und Cloud-Chef Lars Dalgaard hat bereits Erfahrungen mit dem Cloudgeschäft gemacht. Seine Firma Successfactors konnte er im Februar dieses Jahres für 3,4 Milliarden US-Dollar an SAP verkaufen und zog anschliessend in den SAP-Vorstand ein, berichtet Financial Times Deutschland. Das Wirtschaftsmagazin zitiert Analyst David Bradshaw von IDC: „Es ist gut für SAP, jemanden zu haben, der dieses Geschäftsmodell bereits gelebt und geatmet hat.“

SAP „denkt“ jetzt Open Source

Als Dalgaard noch in seinem eigenen Unternehmen Succesfactors amtete, hatte er ebenfalls SAP-Software über die Cloud gemietet und machte damit schlechte Erfahrungen. Deshalb ändert er das Angebot nun komplett. Komplettpakete will er auflösen. Stattdessen sollen Kunden selber entscheiden können, welche Lösungen sie wollen. „Unternehmen wollen heute unterschiedliche Lösungen möglichst flexibel miteinander kombinieren. Deswegen sollen die vier angebotenen Dienste Personal, Finanzen, Lieferkette und Kundenmanagement zwar allein laufen können, gleichzeitig müssten sie aber integriert par excellence sein“, wird Dalgaard vom Hamburger Abendblatt zitiert. Zudem wolle SAP anderen Unternehmen die Technologie zur Integration der Cloud-Lösungen zur Verfügung stellen, darunter Dell, IBM und Mulesoft. „Wir sind völlig Open Source in unserem Denken“, so Dalgaard.

Insgesamt arbeiten rund 5’000 Menschen an Cloud-Lösungen bei SAP, wie das Unternehmen mitteilte. Diese würden rund 17 Millionen Nutzer erreichen. Das Unternehmen setzt grosse Hoffnungen in den Cloudmarkt. So sollen bis in drei Jahren rund 20 Prozent der Umsätze aus dem Cloudgeschäft kommen. Dalgaard zeigt sich deshalb im Bericht der Financial Times Deutschland leicht zuversichtlich: „Langfristig kann das Cloud-Angebot mehr Gewinn abwerfen als das klassische Softwaregeschäft, weil man keinen zusätzlichen Support braucht.“ Bloomberg gegenüber sagt er aber auch weit weniger zuversichtlich: „Bislang ist der Wettbewerb dafür allerdings zu hart. Es ist ein Krieg.“

Weitere Infos: www.it-markt.ch/de-CH/News/2012/05/18/SAP-konzentriert-sich-auf-die-Cloud.aspx