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Potsdam/Berlin – SAP-Mitbegründer
Hasso Plattner blickt für seinen Konzern, aber auch für
die Weltwirtschaft pessimistisch ins neue Jahr. «Schlimmer
als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel.
Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht», sagte der
Multimilliardär dem Magazin «Der Spiegel».
«Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt ­ und tut es
noch.» Plattner selbst hat dem Bericht zufolge in den
vergangenen Monaten allein durch den Wertverlust seiner SAP-Aktien
über eine Milliarde Euro verloren. Das seien aber «erst
mal nur Papierwerte».

Der SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp kritisierte die
derzeitige Führung des Softwareherstellers für ihre
Reaktion auf die internationale Finanzkrise. «Ich hätte
nicht so hastig und spektakulär wie die SAP reagiert, die
sofort Notmaßnahmen eingeleitet hat, als im September die
Auftragslage einbrach», sagte er der «Welt am
Sonntag». Das habe zu schnell für eine negative Stimmung
gesorgt, sagte der ehemalige Vorsitzende des Vorstands und des
Aufsichtsrates der SAP. «Ich würde versuchen, mehr
Optimismus zu verbreiten. Es ist wie bei einem Kranken – nur 50
Prozent sind die eigentliche Krankheit, 50 Prozent stammen von der
Psyche.»

Generell biete die Finanzkrise der Wirtschaft aber die Chance
zum Wandel, sagte Hopp, dessen Vermögen auf rund 6,3
Milliarden Euro geschätzt wird. «Die Krise wird
dafür sorgen, dass diese smarten Investmentbanker
verschwinden. Sie haben das Ganze mit immer neuen Mogelpackungen ad
absurdum getrieben.»

SAP hatte sich Ende Oktober nach einem Gewinnrückgang und
dem Verlust von Marktanteilen im dritten Quartal von seinen
Jahreszielen verabschiedet und ein Sparprogramm von rund 200
Millionen Euro angekündigt. Der Gewinn des Softwarehauses
schrumpfte unter dem Strich von 408 Millionen Euro im Vorjahr auf
388 Millionen Euro.

Quelle:www.cio.de