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Schweizer SAP-Kunden haben nach wie vor am
teuren, obligatorischen Enterprise Support zu knabbern. Deutsche
und Österreicher dürfen wählen zwischen Enterprise-
und Standard-Support, Schweizer sollen weiter blechen. Aber es gibt
Alternativen.

Zum Beispiel beim Customer Relationship Management (CRM). Der
Mittelständler TSFI in Appenzell hat sich für die
Open-Source-Lösung SugarCRM von Kinamu entschieden. In vier
Wochen war das System implementiert, an die Bedürfnisse von
TSFI angepasst und betriebsbereit. SAP-Konnektoren integrieren
SugarCRM in bestehende SAP-Suiten. „Verglichen mit kommerziellen
Lösungen beträgt der Implementierungsaufwand nur ein
Drittel bis ein Viertel, auch die Lizenz- und Wartungskosten fallen
geringer aus“, sagt Christian Knoll, CEO von Kinamu Business
Solutions. Ab einen Nutzungsumfang von etwa 15 bis 20 Usern zahlen
Kunden pro User und Monat 39 Euro (57,50 Franken).

Best of Open Source und SAP kombinieren

Knoll selbst hat zwölf Jahre lang für SAP gearbeitet,
zuletzt als für Osteuropa und den Nahen Osten verantwortlicher
CIO. Davor war er für SAP-Mittelstandslösungen
verantwortlich. Aus Frust über SAP verliess Knoll das
Unternehmen und gründete Anfang 2007 zusammen mit Alexander
Simon, Michael Hubl und Marcus Riedler die Kinamu Business
Solutions AG, die kommerzielle Applikationen mit
Open-Source-Produkten kombiniert und zu Lösungen für KMU
zusammenschnürt.

„Es gibt momentan kein Open-Source-ERP, das ich, als Alternative
zu SAP ERPLexikon, guten Gewissens einem Mittelständler
empfehlen kann“, sagt Knoll. Ausserdem setzten 70 bis 80 Prozent
der Schweizer Mittelständler bereits ein ERPLexikon-System ein
und schmeissen das nicht einfach über Bord. Bei CRMLexikon-
und Business-Intelligence-Tools ist die Marktdurchdringung
wesentlich geringer. Den Vorteil von Open-Source-Lösungen
sieht Knoll in der höheren Flexibilität und den
geringeren TCOLexikon (Total Cost of Ownership).
Open-Source-Projekte lassen sich rascher und effektiver umsetzen.
Kommerzielle Anbieter wie SAP reagieren da wesentliche
träger.

Weiterführende Lektüre: Open Source – eine
strategische Entscheidung