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Der Walldorfer Softwarekonzern SAP könnte
sich mit der eigenen CRM-Produktstrategie im Mittelstand
übernehmen, befürchten Analysten des
Marktforschungsunternehmens Aberdeen Group. Denn die als
Modul-Produktfamilie aufgestellte Suite Mysap CRM eigne sich nicht
für alle Unternehmensgrößen. Die Analysten sehen
die Gefahr, dass die bisherige Produktstrategie zum Nachteil werden
könnte. Statt ein breites Angebot für alle
bereitzuhalten, sollte der Konzern die Produktlinien stärker
trennen.

Noch besteht nach Ansicht von Denis Pombriant, Vice President
bei Aberdeen, allerdings keine unmittelbare Gefahr für die
Walldorfer, sich zu verstricken.

Er rät dem Unternehmen allerdings zu einer klaren Strategie
und hält ihnen im Spiegel die Konkurrenz vor: Das
Peoplesoft-CRM-Team beispielsweise ziehe seinen Angaben zufolge bei
wichtigen horizontalen oder vertikalen Produktentscheidungen ein
eigens aufgestelltes Strategieteam hinzu.

SAP ficht den Vorwurf indes nicht an: Man verkaufe an
mittelständische Kunden, die einfache Ansprüche an ihre
Business-Anwendungen stellen, vor allem die bei der Übernahme
von Topmanage erworbene Suite Business One. „Kunden mit
industriespezifischerer Ausrichtung brauchen dagegen eine
stärkere Integration der CRM-Lösung in ihre
Datenlandschaft – diesen raten wir zu Mysap, das wir allerdings
auch Großkunden anbieten“, erklärte Manuela Schnaubelt,
Unternehmenssprecherin für CRM bei SAP.

So sei bei mittelständischen Kunden für den Anbieter
SAP nicht nur die Unternehmensgröße, sondern auch die
Industrieorientierung entscheidend für die angebotene
Anwendung. Und mit dieser Strategie sei schließlich eine
klare vertikale Trennung gegeben, so Schnaubelt. Derzeit hat SAP
nach Firmenangaben 17 000 Kunden.

Quelle:© 2002 silicon.de.