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München, November 2008: -Auf dem SAP
Automotive Symposium 2008 in Stuttgart hat SAP vom 4. bis 5.
November zusammen mit Partnern Lösungen für die
Automobilindustrie von heute und morgen vorgestellt. Dabei ging es
vor allem um SAPs Lösungen in den Bereichen Manufacturing
Execution Systems (MES), Product Lifecycle Management (PLM),
Customer Relationship Management (CRM), Service Parts Management
(SPM) und Supply Chain Management (SCM), aber auch um Business
Intelligence (BI), Service-oriented Architecture (SOA), Dealer
Business Management (DBM) sowie Governance, Risk und Compliance
(GRC). Klaus Holzhauser und Stefanie Naujoks von Pierre Audoin
Consultants (PAC) waren vor Ort, um sich einen Eindruck von SAPs
Bestrebungen zur Unterstützung der Automobilindustrie bei
deren künftigen IT-Herausforderungen zu verschaffen.

Anhand verschiedener Kundenvorträge, wie z.B. von
Mercedes-Benz, Claas, Knorr-Bremse, Ford, Daimler, Robert Bosch,
Mahle, BMW und Porsche, wurden konkrete Beispiele aufgezeigt, wie
die IT das Automobilgeschäft nicht nur unterstützen kann,
sondern auch einen Mehrwert erbringen kann. Gerade Letzteres wird
zunehmend zur Grundvoraussetzung, um langfristig
Wettbewerbsvorteile erzielen zu können, denn die
Automobilindustrie steht nicht erst seit der aktuellen Finanzkrise
vor massiven Herausforderungen.

Klaus Holzhauser, Managing Consultant bei PAC, sieht die
Automobilbranche geprägt von einer starken Globalisierung der
Märkte, damit einhergehenden Risiken durch
Währungsschwankungen, steigendem Innovations- und Preisdruck
bei gleichzeitig wachsenden Qualitätsanforderungen der Kunden
sowie einer zunehmenden Variantenvielfalt. Alles vor dem
notwendigen Hintergrund einer für die Umwelt nachhaltigen
Produktentwicklung und Produktion. „IT kann diesen
Herausforderungen nun zum einen dadurch begegnen, die Kosten
für IT zu senken – durch Standardisierung von Systemen,
Prozessen und Applikationen, durch Konsolidierung und
Virtualisierung sowie durch die intelligente Nutzung von Near-/
Offshore-Standorten“, so Holzhauser. „Zum anderen kann
die IT aber auch einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den
Kernherausforderungen in der Automobilbranche zu begegnen. Ein
wesentlicher Punkt ist in diesem Zusammenhang vor allem die
Verkürzung der „Time-to-Market“. Das Thema, das
dabei zunehmend von Bedeutung sein wird, ist die Integration und
Nutzung von Product Lifecycle Management
(PLM)-Lösungen.“

Wesentliche Zielsetzung von PLM-Lösungen ist es, die
gesamte Produktentstehungszeit zu verkürzen, und zwar durch
die Synchronisation sämtlicher Prozesse rund um die
Produktentwicklung und Produktentstehung sowie durch die
Integration von Produktdesignern und -entwicklern, externen
Zulieferern und Produktionsplanern über eine gemeinsame
Plattform.

Nach Ansicht von PAC-Consultant Stefanie Naujoks wird die
Datenintegration zwischen den Geschäftsprozessen und den
Produktionsprozessen eine zentrale Rolle spielen. „Dass dies
auch SAP erkannt hat, wird nicht nur durch die Übernahme von
Visiprise im Bereich Manufacturing Execution Systems (MES)
verdeutlicht, sondern insbesondere auch durch SAPs Investitionen in
die Weiterentwicklung seiner Product Lifecycle Management
(PLM)-Lösung SAP PLM.“ So wird es ab November auch eine
Erweiterung der SAP PLM-Lösung geben, die u.a. auch ein neues
Berechtigungskonzept beinhaltet. Dieses trägt den steigenden
Anforderungen Rechnung, wonach Kunden verstärkt auch mit
externen Entwicklungspartnern zusammenarbeiten und diesen auch
rollenspezifischen Zugriff auf eine gemeinsame Datenbasis geben
möchten.

Abgesehen von den Weiterentwicklungen der SAP PLM-Suite sieht
Naujoks aber auch weiteren Investitionsbedarf seitens SAP, speziell
wenn es darum geht, die Bedürfnisse von Produktentwicklern
abzudecken. „Produktentwickler arbeiten traditionell mit
grafischen bzw. geometrischen Informationen und kommen aus der Welt
des Computer-Aided Designs (CAD). SAP rückt zwar der CAD-Welt
durch die Integration des CAD-Viewers von Right Hemisphere
näher. Nach PACs Ansicht sind damit die Schwächen von SAP
PLM in der Entwicklerwelt jedoch noch nicht vollständig
ausgeglichen.“

Des Weiteren steht auch noch eine wegweisende Marktentscheidung
aus, was das Product Data Management (PDM)-System betrifft, das
zentrale Kernstück jeder Produktentwicklung und -entstehung,
in dem die für die Produktion relevanten Stücklisten
generiert werden. So bietet zwar SAP mit SAP PDM eine entsprechende
Lösung an, aber auch die klassischen CAD-Anbieter wie z.B.
Dassault Systèmes, PTC oder Siemens PLM (ehemals UGS)
beanspruchen die Verantwortung des PDMs für sich. PAC
beobachtet hier mit Spannung, ob und wie SAP künftig die
CAD-Welt weiter integrieren wird, und wer künftig den Markt
für PLM/PDM dominieren wird: die PLM-Anbieter aus der CAD-Welt
oder ein Anbieter wie SAP aus der ERP-Welt.

Da es aber oberstes Ziel von PLM-Lösungen ist, die
„Time-to-Market“ zu verkürzen, spielt auch die
Integration weiterer Systeme eine wichtige Rolle:
Gewährleistungsdaten von Kunden können in die Produktion
zurückgespiegelt werden und den Entwicklungsprozess von neuen
Produkten entsprechend beschleunigen (Integration von
CRM-Systemen). Des Weiteren können global vernetzte
Produktionsstandorte mit unterschiedlichen
Produktionsmöglichkeiten bereits frühzeitig in den
Produktionsplanungsprozess einbezogen werden (Integration von
SCM-Systemen).

In der Automobilindustrie bieten sich umfassende
Möglichkeiten, durch den Einsatz von IT einen echten Mehrwert
zu schaffen. Bei Initiativen, die dabei beispielsweise darauf
abzielen, die „Time-to-Market“ zu verkürzen,
spielt aber gerade die Integration von verschiedenen Systemen eine
zunehmend wichtige Rolle. Wie auf dem Automotive Symposium 2008
demonstriert, ist SAP mit seinem umfassenden Lösungsangebot
rund um PLM, SCM, CRM, MES etc. sicherlich bereits gut
aufgestellt.