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19.05.2016- SAP hat in Orlando den Tod des klassischen Customer Relationship Managements ausgerufen. Um SAPs Lösungen weiter zu verbreiten, kündigte CEO Bill McDermott neue Partnerschaften an – und rief dafür einen Überraschungsgast auf die Bühne.

Bill McDermott ist ein gefragter Mann. Diese Woche ganz besonders. Der 54-Jährige, der im Juli bei einem Unfall sein linkes Auge verloren hat, eröffnete am gestrigen Dienstag um 9 Uhr Ortszeit die Sapphire Now 2016 in Orlando, Florida – mit Sonnenbrille, starker Rhetorik und massenhaft Buzzwords. Cloud Computing, Analytics, Big Data, Machine Learning, Internet of Things, In-Memory, Artificial Intelligence und Augmented Reality – die wichtigsten Themen der diesjährigen Hausmesse von SAP waren schnell abgesteckt.

20’000 Interessierte reisten nach Orlando, um der „biggest Sapphire ever“ beizuwohnen. Und 300’000 Personen werden die Konferenz, die noch bis Freitag dauert, laut SAP live im Internet verfolgen.

Künstliche Intelligenz statt klassisches CRM

„Wir werden euch in Zukunft viel Arbeit abnehmen“, wandte sich McDermott an das Publikum, und meinte damit die Softwarelösungen von SAP. Sein Unternehmen arbeite hart daran, diese so intelligent wie möglich zu machen. Mit Machine Learning und Artificial Intelligence. SAP werde bald voraussagen können, welche Neukunden ein Unternehmen angehen soll, oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass ein Meeting positiv ende.

Das klassische Customer Relationship Management (CRM) in Kombination mit SFA (Sales Force Automation) sei heute überholt. Es reiche nicht mehr, bloss Vertriebsaktivitäten, Prozesse und administrative Aufgaben zu automatisieren. „Wisst ihr warum?“, fragte McDermott. „Weil nur rund 22 Prozent aller Absatzprognosen von Unternehmen zutreffen – trotz all dieser Technologien.“

An einem Round Table sagte McDermott, dass er auf Wachstum in China und Indien hoffe. SAP werde von der erstarkten Mittelklasse Asiens profitieren. Auch Nahost und Lateinamerika seien spannend. SAP müsse stärker organisch wachsen und sei auf gutem Weg dazu, sagte McDermott.

Gemeinsam sind wir stark

Dann sprach McDermott über Partnerschaften. Der zweifache Familienvater rief Microsoft-CEO Satya Nadella auf die Bühne und führte eine Diskussion mit Intel-Chef Brian Krzanich. Später wurden auch die Kooperationen mit Dell, Apple und Amazon Web Services zum Thema, die SAP alle vertiefen will.

Microsoft wird die In-Memory-Datenbank Hana in seiner Azure-Cloud auf virtuellen Maschinen anbieten. Office 365 und Outlook sollen besser mit SAPs Lösungen Ariba, Concur, Fieldglass und Successfactors harmonieren. Und die Software Intune, mit der Admins PCs und mobile Endgeräte über das Internet verwalten können, verstehe sich nun besser mit SAP Fiori.

Quelle: http://www.netzwoche.ch