Salesforce, weltweit führender Anbieter von CRM-Lösungen, hat erstmals die Studie „Connected Healthcare Consumer Report“ veröffentlicht. Über 6.000 Privatpersonen aus neun Ländern, davon über 500 aus Deutschland, geben darin Auskunft über ihre Meinung zum Versorgungssystem, zu Versicherern sowie Pharma- und Medizintechnikunternehmen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zählt, dass die Branche den Erwartungen der Patienten nicht gerecht wird. Die Hälfte (50 %) der Befragten aus Deutschland findet, die Branche sei zu sehr auf ihre eigenen Vorteile bedacht und weniger auf das Wohlergehen der Patienten. Nicht einmal vier von zehn (37 %) Teilnehmern sind mit der Proaktivität ihrer behandelnden Ärzte und Gesundheitsdienstleister zufrieden.

„Die Ergebnisse des ersten Connected Healthcare Consumer Report zeigen, dass die Gesundheits-, Medizin- und Pharmabranche noch deutlichen Nachholbedarf hat, die heute verfügbaren digitalen Technologien mit dem Fokus auf den Patienten einzusetzen“, erklärt Wolfgang Lippert, Experte für Gesundheitswesen bei Salesforce Deutschland. „Dabei ist die Ausgangsposition gut, denn ein überwiegender Anteil der Deutschen vertraut den Akteuren in der Gesundheitsversorgung – eine wichtige Voraussetzung für die intelligente Nutzung von Daten für eine effizientere und gleichzeitig bedarfsorientierte Versorgung und Behandlung.“

Weitere Erkenntnisse der Studie
Darüber hinaus wurde in der Studie deutlich, dass Patienten oft selbst für die Organisation ihrer Behandlung und den Informationsaustausch zwischen den behandelnden Stellen zuständig sind. Dieser Umstand erschwert es, einen vollständigen Überblick über den Gesundheitszustand und Behandlungsstatus zu erhalten. So wissen 61 Prozent der Befragten nicht, wie sie an eine vollumfängliche Patientenakte kommen können. In vielen anderen Lebensbereichen wie beim Banking, wenn es um Versicherungen oder Onlineshopping geht, ist ein ganzheitlicher Überblick über alle Aktivitäten und Daten im digitalen Zeitalter schon selbstverständlich.

  • Die Deutschen wollen digitalen Zugang zu ihren Gesundheitsversorgern
    Die Erwartung an die Bereitstellung von digitalen Kanälen durch die Gesundheitsbranche steigt. So wünschen sich 76 Prozent der Deutschen (weltweit: 82 %) personalisierte Web-Portale, 32 Prozent (weltweit: 55 %) Chat- und Instant-Messaging-Kanäle und 45 Prozent (weltweit: 52 %) Patienten-Communities im Internet. 
  • Vertrauen als wichtige Voraussetzung für digitale Gesundheitsversorgung
    Besonders in der Patientenbehandlung und Medikamentenforschung werden sehr persönliche, sensible Daten zwischen verschiedenen Instanzen ausgetauscht. Vertrauen ist daher die Grundbedingung für eine gute Patientenversorgung sowie den Erfolg der forschenden und pharmazeutischen Industrie. In Deutschland schenken Patienten mit 75 Prozent (weltweit: 81 %) ihren Ärzten und Gesundheitsversorgern am meisten Vertrauen, gefolgt von Medizintechnikunternehmen (76 %; weltweit: 72 %) und der Pharmabranche (54 %; weltweit: 49 %). 80 Prozent vertrauen ihrer Krankenversicherung (weltweit: 59 %).
    Die Deutschen machen sich auch viele Gedanken über ihre Datensouveränität im Zeitalter des digitalen Fortschritts. Die sichere und transparente Verarbeitung ihrer Daten vorausgesetzt, würden 40 Prozent der Befragten persönliche Informationen medizintechnischen Unternehmen für die Entwicklung und Verbesserung derer Produkte überlassen (weltweit: 50 %), und 37 Prozent (weltweit: 47 %) der pharmazeutischen Industrie für die Medikamentenentwicklung.
  • Patienten sind mehr als die Summe ihrer Symptome
    Für eine erfolgreiche Behandlung und die Genesung von Patienten kommt es auf mehr als die Behandlung von Symptomen an. Eine erfolgreiche Therapie muss nach Ansicht der meisten Menschen finanziell leistbar sein, sich in den Berufsalltag und das Familienleben integrieren lassen und auch bei Mobilitätseinschränkungen gut erreichbar sein. Je besser die Gesundheitsversorger die Bedürfnisse von Patienten verstehen und adressieren, desto erfolgreicher und nachhaltiger fällt die Behandlung aus.
    So haben in Deutschland 55 Prozent der Befragten mindestens teilweise Schwierigkeiten, Behandlungen zu bezahlen (weltweit: 64 %). 44 Prozent der Befragten (weltweit: 42 %) haben bereits wichtige Arzttermine wegen anderweitiger Verpflichtungen verpasst. Weitere 36 Prozent haben Schwierigkeiten, Ärzte und Therapieangebote in ihrer Nähe zu finden (weltweit: 44 %). Für 33 Prozent (weltweit: 45 %) ist es problematisch, wegen eines Arzttermins der Arbeit fernzubleiben.


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