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Mit seiner On-Demand-Platform und einer
wachsenden Zahl von Partnern und Kunden im Rücken sagt
Salesforce.com-CEO Marc Benioff dem klassischen Softwaremarkt rund
um SAP, Oracle und Microsoft den Kampf an.

Die Salesforce.com-Verantwortlichen wollen Europa stärker
ins Visier nehmen. Erstmals findet die Kundenkonferenz „Dreamforce“
des in Kalifornien beheimateten Unternehmens auf dem alten
Kontinent statt. Im Londoner Barbican-Centre hat der
SaaS-Spezialist über 2000 Besucher versammelt. Die
Führungsriege rund um CEO Marc Benioff trieb die Kunden ,
Partner und das übrige Publikum durch den Mietsoftwarekosmos
rund um die eigenen On-Demand-Lösungen und das
Platform-as-a-Service-Angebot (PaaS).

Der Erfolg scheint dem kalifornischen Softwareanbieter, der im
kommenden Jahr sein zehnjähriges Firmenjubiläum feiert,
offenbar recht zu geben. Im vergangenen Geschäftsjahr 2007/08
(Ende: Januar 2008) stand ein Umsatz von fast 750 Millionen Dollar
zu Buche, das sind 51 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für das
laufende Fiskaljahr peilt das Management Einnahmen von mehr als
einer Milliarde Dollar an.

Europa als Wachstumsmarkt für SaaS
Großen Anteil daran soll der europäische Markt haben.
Benioff zufolge legten die Geschäfte in Europa zuletzt um 69
Prozent zu – deutlich mehr als im Stammland USA. Weltweit
zählt Salesforce.com rund 41.000 Kunden und etwa 1,1 Millionen
Nutzer. Davon kommen derzeit jedoch nur 7000 Anwenderunternehmen
oder 140.000 Endanwender aus Europa. Dennoch gibt sich die
US-Company zuversichtlich, die Geschäfte außerhalb der
USA ankurbeln zu können. Europachefin Lindsey Armstrong
verweist darauf, dass die beiden größten Softwaremieter
des Anbieters nicht aus Amerika kommen. Außerdem will das
Unternehmen im kommenden Jahr jeweils ein zusätzliches
Rechenzentrum in Asien und in Europa errichten.

Interface On-Demand
Um die ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen, setzen die
Salesforce.com-Verantwortlichen ganz auf die Plattformkarte.
Längst steht das angestammte On-Demand-Geschäft mit
Customer-Relationship-Management-Lösungen (CRM) nicht mehr im
Vordergrund. Mit Force.com offeriert der Softwarehersteller seinen
Kunden eine Online-Plattform, auf der eigene Applikationen
entwickelt und angeboten werden können. Neben einem
Entwicklungs-Framework im Netz sollen Partner und Anwender mit
„Virtualforce“ die Möglichkeit bekommen,
User-Interface-as-a-Service zu nutzen. Mit diesen Funktionen, die
mit dem „Summer-08-Release“ herauskommen sollen, können Kunden
dann für die auf der On-Demand-Plattform laufenden
Applikationen verschiedene Benutzeroberflächen entwickeln –
beispielsweise um die Anwendungen auf verschiedenen Endgeräten
nutzen zu können. Mit zusätzlichen Web-2.0-Techniken
sollen sich Business-Applikationen auf Force.com so einfach
bedienen lassen wie Amazon.com oder Google, verspricht Benioff
seinen Kunden.

Partner und Kunden bauen Applikationen
Mit der bisherigen Nutzung von Force.com zeigt sich das
Salesforce.com-Management zufrieden. Kunden hätten schon
über 60.000 Applikationen auf Basis der SaaS-Plattform
entwickelt, hieß es in London. Partner würden rund 800
eigene On-Demand-Anwendungen auf dem Online-Marktplatz für
Mietanwendungsmodule AppExchange anbieten.

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