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Der amerikanische CRM-Softwarespezialist
Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) scheint weiterhin
stärker zu wachsen als jedes andere große
Softwareunternehmen. Der Umsatz wuchs im jüngsten Quartal um
58 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 144,2 Mio. Dollar.
Insgesamt wurden im jüngsten Quartal 4,3 Mrd. Transaktionen
abgewickelt, ein Zuwachs von 116 Prozent gegenüber dem
Vorjahr.

Erfolgsfaktor AppExchange
Vor etwa 13 Monaten ging die Online-Plattform AppExchange – eine
Art Online-Börse für Anwendungen – online und erfreute
sich seither großer Beliebtheit. Heute tummeln sich auf dem
Online-Marktplatz bereits 250 Anbieter die 520
Softwareapplikationen feilbieten. Firmen nutzen diese
Möglichkeit und testen dort eifrig angebotene Software. Allein
200.000 Testläufe wurden über AppExchange initiiert,
heißt es bei salesforce.com.

Die so genannten Trial-Angebote gelten als eines der Geheimnisse
des großen Salesforce-Erfolgs, wie jüngst Chief Strategy
Officer Tien Tzuo durchblicken lies. Der beste Weg um
Webseitenbesucher zu Kunden zu machen, seien Trial-Angebote, meint
der Salesforce-Manager. „Das war das Beste, was wir jemals
gemacht haben“, bescheinigt der Chefstratege den
Trial-Angeboten eine weiterhin große Zukunft.

Innovationsmotor läuft auf Hochtouren
Den großen Erfolg sehen Marktbeobachter aber auch im
Zusammenhang mit der gestarteten Produktoffensive im vergangenen
Jahr. So brachte Salesforce.com mit Sandbox, Unlimited Edition,
Apex Mobile, Salesforce PRM oder Salesforce for Google Adwords eine
Reihe neuer Produkte auf den Markt, die offenbar gut bei den Kunden
ankamen. Zuletzt konnte Salesforce.com mit Dell und Cisco Systems
zwei weitere Großkunden gewinnen und 25.000 Abonnenten auf
einmal implementieren.

Damit dieses Wachstum auch in den nächsten Jahren nicht
abreißt investiert Salesforce.com derzeit kräftig auch
in den Ausbau seiner Belegschaft. So stellt auch das Management
rund um Marc Benioff klar, dass der Ausbau von Marktanteilen weiter
hohe Priorität genießt. Mit dieser Strategie will sich
Salesforce.com für die Zukunft rüsten, denn die
Marktforscher aus dem Hause Gartner gehen davon aus, dass bis zum
Jahr 2011 etwa 25 Prozent aller neuen Geschäftssoftware als
Software-as-a-Service (SaaS) ausgeliefert wird.

Kurzportrait
Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in
San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von
Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management).
Das Unternehmen bietet so genannte hosted CRM-Lösungen an,
welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als
traditionelle Kunden-Management-Lösungen. Der Service der
Gesellschaft kann sowohl von einem herkömmlichen PC, als auch
von Handys oder Handheld-Computern aufgerufen werden

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden
ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für
Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen.
Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei
Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer
der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft
Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von
Salesforce.com in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete
an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen
zugeschnitten sind. So ist die Enterprise-Edition vornehmlich auf
große Gesellschaften zugeschnitten und verfügt damit
über weit reichende Features, während die
Professional-Edition vor allem auf mittlere und kleine Firmenkunden
zugeschnitten ist. Die Team-Edition zielt hingegen vornehmlich auf
kleine Unternehmen ab. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen
neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner sowie
Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das
Unternehmen derzeit mehr als 640.000 Abonnenten und über
29.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem
japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki
Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com zuletzt 67 Prozent der
Anteile an dem Joint Venture hielt. Firmengründer und CEO Marc
Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an
Salesforce.com.

Zahlen
Für das vergangene Januarquartal meldet Salesforce.com einen
Umsatzsprung auf 144,2 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 58 Prozent
gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn brach dabei
zunächst auf 516.000 Dollar oder 0,00 Dollar je Aktie ein,
nach einem Plus von 6,0 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie
im Jahr vorher. Die jüngsten Zahlen beinhalten
Aktienkompensationskosten in Höhe von 11,2 Mio. Dollar.
Inklusive dieser Kosten hatte man an der Wall Street zunächst
mit Einnahmen von 142,9 Mio. Dollar sowie mit einem Gewinn von
einem Cent pro Aktie gerechnet.

Die Zahl der zahlenden Firmenkunden kletterte im jüngsten
Quartal um weitere 2.700 auf nunmehr 29.800 Kunden, ein Plus von 45
gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Netto-Abonnenten zog um
90.000 im Quartalsverlauf an, so das Salesforce.com das Jahr mit
646.000 Abonnenten abschließen konnte.

Aber auch die Kosten stiegen kräftig. Insgesamt kletterten
die operativen Kosten von 64,5 auf 112,5 Mio. Dollar, nachdem
Salesforce.com deutlich mehr für Marketing, Vertrieb und
Verwaltung ausgab.

Markt und Wettbewerb
Der Markt für Kunden-Management-Software wurde in den
vergangenen Jahren vor allem durch den US-Softwarespezialisten
Siebel Systems dominiert. Die Unternehmensberatung Frost &
Sullivan geht davon aus, dass der Markt für CRM-Software im
Jahr 2007 ein Volumen von 31 Mrd. US-Dollar erreichen wird.

Zuletzt stiegen aber auch eine Reihe anderer Softwarehersteller
wie IBM, Microsoft, SAP, BMC und Oracle in den Markt für
CRM-Software ein. Insbesondere der Walldorfer Softwarekonzern SAP
konnte sich zuletzt einen stattlichen Marktanteil in diesem Bereich
sichern.

Darüber hinaus konkurriert Salesforce.com auch mit einer
Reihe von kleineren Anbietern und Spezialisten. Zu diesen
Spezialisten zählen unter anderem E.piphany, RightNow
Technologies, Onyx Software, Salesnet, Pivotal oder Ultimate
Software und Concur Technologies. Als einer der Hauptbewerber gilt
allerdings die von Oracle übernommene Softwareschmiede Siebel
Systems.

Ausblick
Für das laufende erste Fiskalquartal 2008, welches im April
endet, rechnet Salesforce.com mit Einnahmen von 155 bis 157 Mio.
Dollar, wobei ein Ergebnis auf GAAP-Basis von einem Minus von einem
Cent bis zu einem Plus von einem Cent je Aktie erwartet wird.
Analysten erwarten diesbezüglich Einnahmen von 156,9 Mio.
Dollar sowie einen Nettogewinn von acht US-Cent je Aktie.

Für das laufende Fiskaljahr 2008, welche im Januar 2007
begonnen hat, rechnet Salesforce.com mit Einnahmen von 710 bis 720
Mio. Dollar sowie mit einem GAAP-Nettogewinn zwischen sieben und
neun US-Cent je Aktie. Analysten rechnen in diesem Zusammenhang mit
Einnahmen von 716,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 42
US-Cent je Aktie.

Im nachfolgenden Fiskaljahr 2009 soll der Nettogewinn dann auf
67 US-Cent je Aktie klettern, wenn es nach den Prognosen der
Analysten geht.

Bewertung
Nach deutlichen Verlusten wurden salesforce-Anteile zuletzt wieder
erholt bei rund 47,4 Dollar gehandelt, womit sich damit ein
Börsenwert von rund 5,4 Mrd. US-Dollar für den
CRM-Spezialisten ergibt. Auf Basis aktueller Gewinnschätzungen
für das laufende Fiskaljahr 2008 ergibt sich ein
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 112, welches im nachfolgenden
Fiskaljahr 2009 auf 70 sinken würde. Insgesamt wird
Salesforce.com mit dem 7,5fachen des zu erwartenden Umsatzes
für das laufende Fiskaljahr bewertet.

Im Analystenlager werden die jüngsten Prognosen des
Unternehmens für das laufende Fiskaljahr als eher konservativ
bewertet. Dennoch bleiben viele Marktbeobachter angesichts der
vergleichsweise schon recht ambitionierten Bewertung
zurückhaltend. WR Hambrecht Analystin Karen Haus stufte die
Papiere jüngst von „kaufen“ auf
„halten“ zurück. Die Analystin sieht kurzfristig
nur wenig Spielraum für weiter steigende Margen.

Auch im Hause Robert W Baird bleibt man zurückhaltend und
bewertet Salesforce-Anteile mit „neutral“. Die
Analysten heben zwar ihre Gewinnschätzungen für das
Papier an sehen aber nur ein Kursziel von 44 Dollar für den
Wert.

Bei Cantor Fitzgerald ist man hingegen deutlich optimistischer.
Die Analysten bekräftigen nach den jüngsten Zahlen
nochmals ihre Kaufempfehlung für den Wert und stufen ihr
Kursziel für Salesforce-Anteile von 50 auf 58 Dollar nach
oben.

Auch bei der Deutsche Bank Securities überwiegt der
Optimismus. Die Analysten bekräftigen nochmals ihre
Kaufempfehlung für Salesforce-Anteile und heben ihr Kursziel
von 61 auf 70 Dollar an.

Internet:www.salesforce.com