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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE 06.07.2000) – Mit
Peoplesoft aus Pleasanton, Kalifornien, und der Walldorfer SAP AG
teilen gleich zwei traditionsreiche ERP-Anbieter (Enterprise
Resource Planning) das Bett mit dem E-Procurement-Spezialisten
Commerce One – da ist der Krach quasi vorprogrammiert. Peoplesoft
schloss seine strategische Partnerschaft mit Commerce One bereits
im Juni 1999. Nun spucken die Kalifornier große Töne:
Dank der einjährigen Zusammenarbeit habe man sich einen
ordentlichen Vorsprung gegenüber „Nachzügler“ SAP
erarbeitet, prahlt Peoplesoft. Den werde man wohl noch ausbauen
können, denn R/3 und dessen Nachfolger seien bekanntlich nicht
eben einfach gestrickt, weswegen die Integration mit den
Commerce-One-Produkten sicher einige Zeit dauern werde.

SAP indes, erst seit der jüngsten US-Hausmesse Sapphire
offiziell mit Commerce One verbandelt, hält Peoplesoft kaum
für einen ernst zu nehmenden Gegner. Peter Graf,
Marketing-Chef von SAP Markets, machte sich laut „Computergram“
über Peoplesofts Proklamation öffentlich lustig – es
handele sich beim Produkt der Kalifornier um eine schlichte
Lizenzierung von Commerce Ones „BuySite“. Konfrontiert mit
Peoplesofts Aussage, man sei gespannt auf den Wettbewerb mit SAP,
konterte Graf: „Das wäre ich auch.“

Bis die Auseinandersetzung in ihre heiße Phase eintritt,
gehen aber wohl noch ein bis zwei Quartale ins Land. Wir warten
gespannt…