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19.12.2000 CCRM-News – von Helene Laube, San
Francisco – Während nach Gewinnwarnungen von Compaq, Intel,
Gateway und Apple auch Microsoft am Donnerstag seine Prognose
für das zweite Quartal herunterschraubte, steigerte ORACLE den
Nettogewinn um 62 Prozent auf 622,8 Mio. $ oder elf Cent pro Aktie,
nach einem Aktiensplitt im abgelaufenen Quartal. Analysten waren
von zehn Cent ausgegangen. In der vergleichbaren Vorjahresperiode
betrug der Gewinn 384,5 Mio. $ oder sechs Cent pro Aktie.

Der Umsatz lag mit einer Steigerung von 15 Prozent auf 2,66 Mrd.
$ unter den Erwartungen der Analysten, die von 2,7 Mrd. $
ausgegangen waren. Oracle-Finanzvorstand Jeffrey Henley
begründete die Diskrepanz mit weniger Einnahmen aus
Investitionen. Das Umsatzwachstum stammt vor allem aus dem Verkauf
von Datenbanksoftware, der um 19 Prozent auf 775 Mio. $ zulegte.
Das Datenbankgeschäft ist der Gradmesser für das Befinden
des zweitgrößten Softwarekonzerns der Welt.

Der Verkauf von Business-Software stieg um 66 Prozent auf 279
Mio. $. Das E-Business-Softwarepaket 11i ist eine Gesamtlösung
für den Unternehmenseinsatz (ERP, CRM, SCM). Oracle-Chef Larry
Ellison war lange ein Verfechter der Baustein-Lösung, nun ist
er ein vehementer Befürworter der „All-in-One-Lösung“. In
einem Konferenzgespräch mit Analysten nach Bekanntgabe der
Quartalszahlen am Donnerstag kam der stets laut über seine
Konkurrenz schimpfende Oracle-Gründer und Vorstandschef nicht
umhin, auf die „langsamen, teuren und komplexen“ Lösungen
seiner Konkurrenten zu verweisen.

Die Wall Street beobachtet die Entwicklung der 11i-Verkäufe
genau. Da davon ausgegangen wird, dass das Datenbankgeschäft
langsam saturiert ist und stagnieren wird, muss Oracle neue Wege
finden, um seine Wachstumstempo zu erhalten. Die Gesamteinnahmen
aus dem Lizenzgeschäft stiegen um 25 Prozent auf 1,12 Mrd. $,
das Beratungsgeschäft legte um neun Prozent auf 1,54 Mrd. $
zu.

Die Oracle-Aktie sank am Donnerstag im regulären Handel um
0,88 $ auf 27,50 $, im nachbörslichen Handel stieg sie auf
28,50 $. © 2000 Financial Times Deutschland