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Der unter dem starken Konkurrenzdruck
insbesondere von SAP leidende CRM-Spezialist Siebel hat letzte
Woche den kalifornischen CRM-Spezialisten UpShot für insgesamt
70 Millionen Dollar übernommen.

Insgesamt hat der Spezialist für gehostetes CRM eine
weltweite Kundenbasis von mehr als 1.000. Doch die Konkurrenz hat
schon reagiert. Der durch die gemeinsame Ankündigung von IBM
und Siebel, CRM on Demand anzubieten, gereizte Wettbewerber
salesforce.com, bietet umsteigewilligen UpShot-Kunden ein
kostenloses Migrationsprogramm an. Nach der Migration können
die Kunden die CRM-Services von salesforce.com drei Monate lang
kostenlos nutzen. Anschließend übernimmt salesforce.com
die Bedingungen der bestehenden Verträge mit UpShot.

“Wir rechnen mit einer großen Akzeptanz des
Angebots, denn Siebel hat angekündigt, UpShot nicht weiter zu
entwickeln”, sagt Ralf Korb, Senior Analyst der Hewson Group.
“Außerdem haben die Unternehmen nicht vergessen, wie
Siebel den ersten on Demand Service sang- und klanglos eingestellt
hat.” 1999 startete Siebel mit sales.com den ersten Versuch
im On-Demand-Geschäft. “Am Anfang stand sales.com
für die geniale Idee, ein Portal für alle
Vertriebsorientierten Mitarbeiter und Unternehmen mit IBM zusammen
aufzubauen, das alles aus einer Hand bieten konnte: Von der
Visitenkarte bis zum Hotel, von der Reise bis zum neuen
Laptop”, erinnert sich Korb.

Es dauerte aber nur knapp 2 Jahre und das Portal, das
ursprünglich kostenfrei war, kostete Geld, um dann kurze Zeit
später eingestellt zu werden. “Eigentlich schade, denn
es war eine pfiffige Idee, Siebel für Jedermann auf
großen IBM Servern anzubieten”, bedauert Korb.

Ob Siebel durch die Wiederentdeckung des Hostings den Weg in die
Profitabilität wieder finden wird, wird sich zeigen. Für
das abgeschlossene dritte Quartal seines Geschäftsjahres muss
Siebel nach wie vor rote Zahlen vermelden, wenngleich der Verlust
im Vergleich zum Vorjahr verringert werden konnte. So betrug das
Minus diesmal 59,3 Mio. Dollar im Vergleich zu einem
Vorjahres-Minus von 92,1 Mio. Dollar. Der Umsatz ging von 357,2
Mio. Dollar auf 321,4 Mio. Dollar zurück.