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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE vom 03.12.2001) –
Inzwischen halten es viele Marktbeobachter wieder für
möglich, dass die SAP AG ihr gestecktes Ziel für das
Geschäftsjahr 2001 trotz der Einbußen durch die
US-Terrorattacken erreichen könnte. Wolfgang Kemna, Chef der
US-Einheit des deutschen Softwarekonzerns, erklärte in der
vergangenen Woche gegenüber Analysten von Credit Suisse First
Boston, er sei überrascht darüber, wie schnell die Kunden
wieder kaufen würden. Nach dem 11. September hatte SAP einen
deutlichen Umsatzrückgang einstecken müssen. Obwohl viele
Verträge neu verhandelt werden, was auf eine kleinere
Auftragsmenge hinweist, schließen Finanzanalysten nicht mehr
aus, dass die Softwareschmiede ihre anvisierte Umsatzsteigerung von
15 Prozent und eine Bruttomarge von 20 Prozent erzielen wird. Im
vierten Quartal müsste SAP dafür zwischen 825 und 900
Millionen Euro mit seinem Lizenzgeschäft einnehmen. Ein
Mitarbeiter von Goldman Sachs erklärte, SAP werde zumindest
die derzeitigen Marktschätzungen von 790 Millionen Euro
übertreffen.
Einige Analysten stuften die Aktie daraufhin in ihrem Rating
höher ein. So empfahl UBS Warburg das SAP-Papier zum Ende der
vergangenen Woche als „Strong Buy“. Zuvor war bei dem Bankhaus
„Hold“ angesagt.

Die deutschen Anleger scheinen jedoch nicht sehr überzeugt:
Das SAP-Papier rutschte am Montagvormittag um 1,4 Prozent auf
136,50 Euro (Stand: 11:25 Uhr) ab. (ka)