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Das Internet ist im Mittelstand als Informations-
und Kommunikationsmedium etabliert. Zunehmend sind aber auch
komplexere Anwendungen wie Beschaffung und Mobile-Services gefragt.
Das geht aus der Umfrage „Elektronischer Geschäftsverkehr in
Mittelstand und Handwerk“ des Netzwerks Elektronischer
Geschäftsverkehr (NEG) hervor.

Bereits zum dritten Mal nach 2005 und 2007 befragte das NEG
kleine und mittelständische Unternehmen zur Nutzung von
Internet und E-Business. Dabei zeigen die ersten Ergebnisse der
Untersuchung, dass Firmen im KMU-Segment das Internet
überwiegend als Informations- und Kommunikationsmedium sowie
zum Online-Banking einsetzen. Über alle Anwendungen hinweg
nutzen rund 98 Prozent der befragten KMU das Internet.
Aufwändigere Anwendungen gewinnen laut Umfrage jedoch an
Bedeutung. So verwenden beispielsweise knapp 94 Prozent der
Befragten das Web zumindest gelegentlich zur Beschaffung, knapp 90
Prozent zum Datenaustausch und 71 Prozent zum Kundenservice.

Gleichzeitig betont das NEG allerdings, dass die Potenziale
vieler Internet-Optionen nur ansatzweise ausgeschöpft werden.
So verkauft jedes zweite Unternehmen online, etwa ein Drittel
beteiligt sich an elektronischen Ausschreibungen und rund die
Hälfte nutzt die Möglichkeiten des Mobile-Business.
Trotzdem würden die Befragten damit rechnen, dass sie in den
nächsten beiden Jahren deutlich häufiger aufwändige
Anwendungen im Internet nutzen werden. Dies gelte besonders
für kundenorientierte Aktivitäten wie Verkauf, Werbung
und Service.

Web 2.0 wird noch skeptisch betrachtet

Aus der Untersuchung geht es zudem hervor, dass beim Thema
E-Business teils erheblichen Informationsbedarf besteht. Als
wichtigste Schwerpunkte nennt die NEG-Studie dabei Netz- und
Informationssicherheit, Online-Recht, Datenaustausch mit Externen,
Wissens-Management und Online-Werbung. Unternehmen mit bis zu zehn
Mitarbeitern nannten laut Umfrage vor allem Online-Recht sowie
IT-Sicherheit als bedeutendste Themen.

Web-2.0 wird noch skeptisch betrachtet, besagt die Studie. Die
Befragten würden darin nicht nur Chancen erkennen, sondern
auch Gefahren. Insbesondere die rechtlichen Risiken (84 Prozent)
und die Gefahr des Missbrauchs durch externe Nutzer (82,6 Prozent)
sehen sie als größte Risiken an. „Die Ergebnisse
verdeutlichen, dass kleinere und mittlere Unternehmen bei Web 2.0
teilweise noch erhebliche Informationsdefizite aufweisen“,
erklärt Kai Hudetz, Leiter des E-Commerce-Center Handel, das
die Studie federführend durchgeführt hat. „In den
nächsten Jahren wird das Thema aber weiter an Bedeutung
gewinnen. Daher sollten sich auch kleinere Unternehmen bereits
jetzt mit den entsprechenden Möglichkeiten auseinandersetzen.“
empfiehlt er weiter.

Autor: Diego Wyllie.

Weiter lesen unter:www.computerwoche.de/knowledge_center/mittelstands_it/1879021/