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Hannover – Zwischen Microsoft und SAP ist
der Kampf um die kleinen und mittelständischen Firmenkunden in
der Software-Branche voll entbrannt. Auf der Computermesse Cebit
stellte Microsoft Business Solutions eine völlig neu
entwickelte Software für das Management von Kundenbeziehungen
vor. Damit will der US-Konzern dem deutschen Softwareunternehmen
SAP Konkurrenz machen, der weltweit die Nummer zwei in diesem
Geschäftsfeld ist. Dabei soll es aber nicht bleiben, sagte
Jürgen Baier, Deutschlandchef von Microsoft Business
Solutions. Dafür seien zuletzt 50 neue Software-Entwickler in
Kopenhagen eingestellt worden, die ausschließlich an neuen
Programmen für Unternehmen arbeiten.

Microsoft hatte in den vergangenen zwei Jahren das
US-Softwarehaus Great Plains und die europäische Navision
gekauft, um im Markt für professionelle Anwendungen Fuß
zu fassen. Die Sparte hat nach eigenen Angaben weltweit 276 000
Kunden, davon 10 500 in Deutschland. Der Verkauf erfolgt
ausschließlich indirekt über 4700 Partnerfirmen. Um den
mittelständischen Firmen die Investitionen in neue Hard- und
Software zu erleichtern, will Microsoft seinen Kunden künftig
bei der Finanzierung helfen. Im Rahmen einer
„Null-Prozent-Kampagne” können kleinere Firmen das
Leasing von Programmen und Computern mit einem Zinssatz von null
Prozent finanzieren.

Auch der deutsche Softwarekonzern SAP treibt seine Expansion im
Mittelstand voran. Seit Oktober verkauft SAP seine Standardsoftware
für Kleinbetriebe unter dem Namen Business One. Seitdem stieg
die Zahl der Kunden von 800 auf rund 1300. Im laufenden Jahr will
SAP mit Business One 500 weitere Kunden gewinnen. „Der
Vertrieb von Business One entwickelt sich sehr dynamisch”,
sagte SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann. Inzwischen liege die
Standardsoftware für Betriebsführung in 21
Länderversionen vor. Ziel von SAP ist es, seinen Umsatzanteil
mit mittelständischen Firmen von jetzt sechs auf 15 Prozent
bis 2005 zu steigern.

Quelle: Tagesspiegel