Seite wählen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE vom 04.12.2001) – Das
Amtsgericht Stuttgart hat am Montag das Insolvenzverfahren
über Brokat Technologies eröffnet. Wie erwartet wurde
Volker Grub dabei zum Insolvenzverwalter ernannt. Grub war bereits
als vorläufiger Insolvenzverwalter bei dem überschuldeten
Stuttgarter Softwareanbieter tätig und hatte die
Eröffnung des Verfahrens selbst empfohlen (Computerwoche
online berichtete).
Der einstige Shooting-Star des Neuen Marktes hatte sich mit seinen
Expansionsplänen und den dabei getätigten
Firmenakquisitionen übernommen und daher im November selbst
einen Antrag auf Insolvenz gestellt. In den ersten neun Monaten des
laufenden Jahres hatte die Schwaben eigenen Angaben zufolge
aufgrund von Sonderabschreibungen einen Nettoverlust in Höhe
von 970,6 Millionen Euro verbucht – vor einem Jahr waren es nur
68,1 Millionen Euro Minus. Außerdem betrugen die liquiden
Mittel am Ende des dritten Quartals 2001 nur noch 25,3 Millionen
Euro (Vorjahr: 115,37 Millionen Euro); das Eigenkapital sank von
knapp 822 Millionen auf minus 75,89 Millionen Euro (Computerwoche
online berichtete). Die Verbindlichkeiten und Rückstellungen
zum 30. September bezifferte das Unternehmen zudem auf insgesamt
150,5 Millionen Euro.

Die Anleger scheinen die Rettungsversuche von Brokat nicht
sonderlich zu beeindrucken: Auch nach Bekanntgabe der
Eröffnung des Insolvenzverfahren ging der Kurs der Aktie
weiter bergab und schloss Montag Abend mit einem Minus von
über acht Prozent bei 33 Cent.