Seite wählen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE vom 15.05.2001) –
„Customer Relationship Management bedeutet heute meist Sales Force
Automation oder Call-Center-Management“, konstatierte Sanjiv Sidhu,
Chairman des texanischen Softwareanbieters i2 Technologies,
anlässlich der Anwenderkonferenz „Planet Europe“ in Barcelona.
Im selben Atemzug stellte er den eigenen Gegenentwurf vor.
Aus i2-Sicht stellt Customer Relationship Management (kurz CRM) das
auf den Kunden ausgerichtete Ende einer durchgängigen
Wertschöpfungskette dar, die beim Management der
Lieferantenbeziehungen (Supplier Relationship Management = SRM)
beginnt und deren Mittelstück das Supply Chain Management
(SCM) bildet. Konkret offeriert i2 unter der Bezeichnung
„Tradematrix CRM“ ab sofort ein Bundle unterschiedlicher Tools
für die abteilungs- oder unternehmensübergreifende
Verfolgung von kundenorientierten Angeboten, Bestellungen und
Dienstleistungen.

Der Nukleus der CRM-Suite stammt von dem finnischen Softwarehaus
Innomat, das 1998 von i2 geschluckt wurde. Aus diesem Grund kann i2
für einige der Softwarewerkzeuge bereits um die 100
Anwenderunternehmen vorweisen – darunter Siemens und Sun
Microsystems. Allerdings haben die Texaner das ursprüngliche
Toolset um eine Reihe von Funktionen erweitert und mit vorhandenen
Werkzeugen integriert. Eigenen Angaben zufolge ermöglichen sie
ihrer Klientel, den Fortgang einer Order von Anfang bis Ende zu
überwachen und transportlogistische Funktionen anzubinden. Der
Kunde, der die Bestellung aufgebe, bekomme von all diesen
Vorgängen nichts mit.

Darüber hinaus kündigte i2 an, im CRM-Bereich mit Sun
Microsystems und dem Sun-Netscape-Venture iPlanet zusammenarbeiten
zu wollen (Computerwoche online berichtete). Für den Herbst
dieses Jahres sei die Auslieferung eines Softwarepakets geplant,
das auf der Sun-eigenen Webservices-Architektur „Open Net
Environment“ (ONE) basiere und neben der i2-Suite die
iPlanet-Werkzeuge für elektronische Rechnungsstellung und
-bezahlung („Sellerexpert“ und „Billexpert“) enthalte. Als erster
Systemintegrator hat PricewaterhouseCoopers seine Kooperation
zugesagt.