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SEATTLE (rtr). Wie die Stuttgarter Zeitung vom
20.10.2001 meldet, hat der US-Softwarekonzern Microsoft im ersten
Quartal seines Geschäftsjahres 2001/2002 einen Gewinneinbruch
erlebt. Im Kerngeschäft konnten die Ertragsprognosen der
Marktexperten jedoch übertroffen werden.

Angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung nach den
Terroranschlägen in den USA gab Microsoft einen vorsichtigen
Ausblick. Die Angriffe hätten auf das aktuelle Geschäft
des weltgrößten Softwareherstellers bislang aber keine
ernsten Folgen gehabt, hieß es. Im Zeitraum Juli bis
September erzielte der Konzern nach eigenen Angaben einen
Reingewinn von 1,28 Milliarden Dollar (2,77 Milliarden DM) oder 23
Cent je Aktie. Im gleichen Quartal des Vorjahres hatte der Gewinn
noch 2,2 Milliarden Dollar betragen. Ohne einen Verlust aus
Beteiligungen von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar habe der Gewinn
jedoch oberhalb der Schätzungen von Analysten gelegen.

Den Umsatz im ersten Quartal des bis Juni 2002 laufenden
Geschäftsjahres bezifferte Microsoft auf 6,13 (5,8) Milliarden
Dollar – ein Plus von sechs Prozent zum Vorjahreszeitraum. Für
den Zeitraum Oktober bis Dezember stellte Microsoft einen
Umsatzzuwachs zur Vorjahresperiode von gut neun Prozent auf 7,1 bis
7,3 (Vorjahr: 6,5) Milliarden Dollar in Aussicht, der vom neuen
Windows-XP-Betriebssystem und dem Erscheinen der Videospiel-Konsole
X-Box getragen werde. Der Gewinn solle zwischen 49 und 50 Cent je
Anteilsschein liegen, hieß es.

Der Computer-Markt sei schwächer als erwartet gewesen, was
eine Folge der Anschläge sein könne, sagte
Microsoft-Finanzchef John Connors. Eine Prognose zur weiteren
wirtschaftlichen Entwicklung sei derzeit nur schwer zu machen. „Als
Ausblick für den Dezember denken wir, dass der PC-Markt ein
paar Punkte niedriger oder gleichbleibend sein dürfte. Das
wäre ein schwächerer Markt als von uns erwartet“,
fügte Connors hinzu. Der Weihnachtsmonat ist für die
Branche traditionell sehr wichtig. Da unzählige Computer mit
Betriebssystemen von Microsoft ausgestattet sind, gilt der
Computermarkt auch als Gradmesser für die Absatzchancen des
Softwareproduzenten. Ohnehin ist in diesen Monaten das Augenmerk
auf das neue Microsoft-Programm XP gerichtet, das nach
Microsoft-Einschätzung eine der wichtigsten Neuerungen bei der
Systemsoftware seit sechs Jahren ist. Die Beteiligungsverluste des
ersten Quartals 2001/2002 von 1,2 Milliarden Dollar resultieren
laut Microsoft aus Investitionen in der Telekommunikationssparte.
Schon im Vorquartal waren aus dem gleichen Grund Abschreibungen in
Höhe von 2,6 Milliarden Dollar angefallen. Connors wies darauf
hin, dass weitere Verluste drohen könnten, falls die
Märkte weiter nachgäben. Analysten bezeichneten diese
Beteiligungsverluste zwar als enttäuschend, werteten sie
angesichts des sonstigen Geschäfts von Microsoft aber als
nicht allzu bedeutend. Schließlich würde dadurch auch
die Steuerlast des Konzerns gedrückt, hieß es.