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von Harald Weiss (Autor)

20.11.2015- Mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar ist OpenText Kanadas größtes Softwarehaus. Das Unternehmen ist ein Spezial-Anbieter von Software zum Dokumenten-Management. Das erscheint nicht sonderlich spektakulär – doch diese Plattformen schicken sich an, den bisherigen Mega-Business-Anwendungen wie ERP und CRM ernsthafte Konkurrenz zu machen.

Enterprise Content Management (ECM) war einst eine Art bessere Papierablage. Doch mit dem Aufziehen von Bilder-, Ton- und Video-Dokumenten bekam das Managen, Suchen und Finden von zusammengehörenden Dokumenten eine neue Dimension. Inzwischen gehören auch die unstrukturierten Daten aus den Social-Media-Seiten zu ECM, und damit bekommen die zugehörigen Programme einen zentralen Stellenwert. Das trifft umso mehr zu, wenn alles in der Cloud gemanagt werden kann.

Cloud und Analytics – die größten IT-Veränderer

Ein solcher Spezialanbieter ist OpenText. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im kanadischen Waterloo, in der Nähe von Toronto. Chef ist Mark Barrenechea, der 2012 als CEO zu OpenText kam. Zuvor war er CEO beim Grafik-Spezialisten Silicon Graphics und CTO bei CA Technologies – beides Unternehmen, die eine bewegte Vergangenheit hinter sich haben. Und diese Erfahrung scheint ihm jetzt besonders gut zu helfen. „In den 30 Jahren, in denen ich in der IT-Welt tätig bin, sind Cloud und Analytics die größten Veränderungen, die ich jemals erlebt habe“, sagt er über die beiden Top-IT-Trends.

Sein Marketing-Chef Lubor Ptacek erläutert die Cloud-Probleme. „Für uns als traditioneller Anbieter von Software-Lizenzen ist der Wechsel auf eine Multi-Tenant-Cloud mit gewaltigen Änderungen verbunden. Doch die Umwälzungen betreffen nicht nur uns als Anbieter – auch bei den Kunden bedeutet der Wechsel auf die Cloud völlig neue Nutzungsmodelle und eine ebenso neuartige Budgetierung“, sagte er in einem Gespräch mit der Computerwoche.

Von Null auf 700 Millionen in vier Jahren

Seit vier Jahren arbeitet man bei OpenText intensiv am Auf- und Ausbau der Cloud-Angebote und der zugehörigen Infrastruktur. Heute verfügt das Unternehmen über 37 Rechenzentren weltweit, davon sechs in Europa und zwei in Deutschland. „Unsere umfangreiche globale Infrastruktur gibt unseren Kunden viel Freiheitsgrade bei der Wahl des für sie optimalen Rechenzentrums – also dem Ort, wo die Firmendaten gespeichert sind und unter welchem rechtlichen Rahmen sie dort gelagert werden“, sagt Gary Weiss, bei OpenText zuständig für das Cloud-Geschäft, dessen Erlöse er in den letzten vier Jahren von Null auf 700 Millionen Dollar hochschrauben konnte. Das ist heute mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes und bis 2020 soll der Cloud-Anteil sogar auf über die Hälfte der Gesamterlöse ansteigen.

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