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Walldorf, 12.06.2012 – Gesetzliche Änderungen haben Auswirkungen auf IT-Lösungen. Die Anpassung der SAP-Standard-Softwareprogramme sollte daher im Rahmen der Standardwartung erfolgen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Themas E-Bilanz erwartet die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. die Umsetzung von Gesetzesänderungen in SAP-Lösungen ohne Aufpreis.

Unternehmen entscheiden sich bewusst für Standardsoftware, um sicherzustellen, dass Kernprozesse und notwendige gesetzliche Änderungen zeitnah und zuverlässig umgesetzt werden. Daher hält es die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. für zwingend, dass dies bei SAP-Produkten in der Mainstream-Wartung lizenzfrei und durchgehend geschieht. „Treue SAP-Bestandskunden haben über die Zeit ein Vielfaches des Kaufpreises für die Softwarepflege überwiesen. Zudem verteuert sich die Softwarepflege bzw. Wartung durch die jährlichen Preisanpassungen beim Support “, erläutert Andreas Oczko, Mitglied im Vorstand der DSAG, Fachressort Operations/Service und Support. Manfred Ofner, Mitglied im DSAG-CIO-Beirat, ergänzt: „Für den Investitionsschutz in Standard-Software ist es unabdingbar, dass die gesetzlichen Änderungen ohne Zusatzkosten umgesetzt werden“.

Falsche Signale durch SAP-Ansätze
Doch das ist nicht immer der Fall. Ansätze wie ein erzwungener Releasewechsel, um benötigte Funktionen zu erhalten, können die IT-Budgets ungeplant belasten. Die Lösung für Zoll- und Außenhandelsabwicklung SAP Global Trade Services ist dafür ein gutes Beispiel. Aber auch in punkto E-Bilanz lässt das SAP-Konzept Wünsche offen. Zwar bietet es mit SAP-BusinessObjects-Disclosure-Management, dem SAP ERP Client for E-Bilanz oder Schnittstellen für Fremdsysteme drei Ansätze auf Basis von SAP ERP, um die E-Bilanz abzubilden. „Die Lösungen gehen aber in eine falsche Richtung, wenn Komplexitätsreduzierung, wirtschaftlicher Betrieb und die Vereinfachung der IT-Architektur die Ziele sind. Damit erhalten die Fachabteilungen erneut Argumente, sich gegen SAP-Lösungen zu entscheiden“, kommentiert Regina Kaune, Mitglied im DSAG-CIO-Beirat. Und Johannes Truttmann, ebenfalls Mitglied des Gremiums, erwartet: „Es muss eine integrierte Lösung sein, durch die sich die Komplexität nicht erhöht und die für alle freigegebenen Releasestände des ERP-Systems gilt“.

Dementsprechend fordert die DSAG eine sinnvolle Lösung, die durch die Wartungsgebühr abgedeckt ist. „Es ist nicht vorstellbar, dass künftig eine Premium-ERP-Lösung neben hochpreisigen „Named-User“-Lizenzen noch eine Aufpreisliste für gesetzliche Kernanforderungen beinhaltet“, äußert sich DSAG-Vorstand Andreas Oczko. Die E-Bilanz wird auf allen Ebenen in der DSAG intensiv diskutiert. „Nach allem was wir bisher vernommen haben, besteht eine große Bereitschaft, anhand dieses Themas eine grundsätzliche Diskussion zu Wartungskosten und dafür erhaltene Gegenleistungen zu führen“, bringt es Klaus Gerke, Mitglied im DSAG-CIO-Beirat, auf den Punkt.

SAP-Kunden benötigen zeitnah klare, verbindliche und akzeptable Aussagen über die SAP-Lösung und deren Verfügbarkeit. Denn viele Firmen starten bereits E-Bilanz-Projekte aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Termine . Hierfür setzt sich die DSAG mit all ihren Gremien ein, hat ihre Argumente bei SAP vorgebracht und befindet sich in regem Austausch.

Über die DSAG
Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. in Walldorf versteht sich als eine unabhängige Interessenvertretung aller SAP-Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel der DSAG ist es, darauf hinzuwirken, dass bedarfsgerechte SAP-Lösungen geschaffen werden, sowie den Erfahrungs- und Informationsaustausch sowohl der SAP-Kunden untereinander als auch mit SAP zu fördern. Die 1997 als eingetragener Verein gegründete DSAG zählt heute über 2.600 Mitgliedsunternehmen und hat sich als eine der größten SAP-Anwendergruppen weltweit etabliert.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dsag.de.

Quelle: www.dieleute.de