Die DMEXCO ist Jahr für Jahr ein Fixpunkt im Kalender aller Marketer und eignet sich daher sehr gut, um zu prüfen, wie weit sich die Marketingwelt in den vergangenen 12 Monaten weitergedreht hat – und in welche Richtung sie sich entwickeln könnte. Alexandra Kolleth, Head of Marketing Solutions und Teil der Geschäftsleitung DACH bei LinkedIn, sieht die folgenden Trends als richtungsweisend für die kommenden Monate:

1. The Click-Through-Conspiracy: Ist Marketing erwachsen geworden?  

Während es in der analogen Zeit noch darum ging, Werbung möglichst kreativ zu gestalten, wurde durch die Digitalisierung und die dadurch entstandene Messbarkeit der Ergebnisse der Fokus umgekehrt. Eine Zeit lang ging es weniger um die Botschaft, sondern darum, wie viele Klicks oder Likes sie generiert. Inzwischen hat sich ein Gleichgewicht eingestellt und Marketer wissen Kreativität und Messbarkeit stärker in Einklang zu bringen. Sie widmen sich verstärkt der Frage, welche Schlüsse sich aus den zahlreichen Kennzahlen herauslesen lassen, statt die Menge der Interaktionen in den Mittelpunkt zu stellen. So sind sie künftig verstärkt in der Lage, ihren Einfluss auf den Geschäftserfolg mitzugestalten und darzustellen.

2. Content vs. Context: Wer beeinflusst hier eigentlich wen?  

Ein weiteres spannendes Thema ist die Frage, welchen Effekt die Umgebung auf den Inhalt einer Kampagne hat – analog, aber vor allem auch im digitalen Raum. Das Thema ist zwar nicht ganz neu, dennoch ist es noch lange nicht ausdiskutiert. Gerade in einer immer komplexeren Marketing-Welt, in der es für Marketer nicht immer einfach ist, im Blick zu behalten, wo genau die Werbeinhalte ausgespielt werden und wie sie dort wirken, hat diese Frage weiterhin großes Gewicht. Denn ganz klar: die Umgebung hat einen enormen Einfluss auf unsere Wahrnehmung und Einordnung der eigentlichen Botschaft. 

3. Bleibt die Marke auf der Strecke, oder: Stehen Lead Generierung und Thought Leadership im Konflikt?

Welches Werkzeug brauchen Marketer dafür, eine langfristig positive Reputation für ihre Marke im digitalen Zeitalter aufzubauen? Klar ist, dass es in einer so komplexen und hochgradig dynamischen Welt immer schwieriger wird, langfristig und nachhaltig ein einzelnes, übergreifendes Ziel zu verfolgen. Warren Buffett sagte bekanntermaßen „It takes 20 years to build a reputation and five minutes to ruin it”. Der zweite Teil dieses Satzes ist sicherlich auch heute noch völlig korrekt – schneller als je zuvor können wir im digitalen Zeitalter einer Always-on-Gesellschaft unsere Reputation verlieren. Allerdings stellt sich die Frage, ob auch der erste Satzteil noch stimmt. Wer hat heute noch 20 Jahre Zeit, Reputation aufzubauen? Und inwiefern ist das mit kurzfristigeren Zielen wie Lead Generierung in Einklang zu bringen?

Quelle: LinkedInDACH@hotwirepr.com