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Wenige Wochen nach seinem Wechsel von Atos Origin
an die Spitze von CSC Deutschland im November 2006 kündigte
Gerhard Fercho in einem Interview mit der COMPUTERWOCHE den
Turnaround des damals kriselnden IT-Dienstleisters an. Der
Vergleich seiner damaligen Aussagen mit denen von heute zeigt:
Fercho war erfolgreich, auch wenn nicht alles so lief, wie er es
sich vorgestellt hatte.

„Ich stehe für den Kulturwandel“ – Fercho, Dezember
2006

Vor seinem Amtsantritt hatte sich Fercho dreimal mit Klaus
Plönzke getroffen. Plönzke hatte den gleichnamige
IT-Dienstleister bereits 1969 gegründet und im Jahr 2000
vollständig an CSC verkauft. Seine unter Mitarbeitern
geschätzte Führungskultur überdauerte auch sein
Ausscheiden aus dem Unternehmen. „Ich glaube, dass ich ein
Bindeglied zwischen der Ploenzke- und der CSC-Kultur sein kann“,
hatte Fercho 2006 gegenüber der COMPUTERWOCHE gesagt und
Hoffnungen unter den CSC-Angestellten auf eine Wiederbelebung des
Ploenzke-Geistes geweckt. Das Betriebsklima hatte unter dem
Intermezzo eines britischen Führungsduos an der Spitze von CSC
Deutschland arg gelitten. Ferchos Signale entpuppten sich nun als
Missverständnis. Der neue Chef wollte zum Start vor allem
verstehen, wie das Unternehmen tickt. „Das Ergebnis dieses
Prozesses war der Entschluss, die Organisation nachhaltig zu
verändern, um das früher eher kleinteilige und breite
Geschäft durch eine Unternehmenskultur abzulösen, die
Werte für den Kunden schafft und seine Erwartungen mehr als
erfüllt“, klärt er nun auf. Nicht alle wollten oder
konnten diesen Wandel mittragen. Viele Mitarbeiter kehrten dem
Unternehmen den Rücken.

Insbesondere die Führungsetage verzeichnete eine
beeindruckende Fluktuationsrate von 80 Prozent. „Als
Verantwortlicher der deutschen CSC-Organisation muss ich den Mut
dazu haben, alte Zöpfe abzuschneiden und die Gelegenheit zum
Neuanfang zu nutzen“, begründet er den Bruch mit altgedienten
Managern. Auch dem Unternehmen nahestehende Quellen berichten von
einer enormen Abwanderungswelle. Die offiziellen Daten sprechen
indes eine andere Sprache. Die Fluktuation in Deutschland sei von
gut 20 auf unter zehn Prozent gesunken, berichtet Fercho. Das ist
im IT-Servicegeschäft ein guter Wert. Erchos Anliegen ist es,
dass sich die Mitarbeiter stärker an den Bedürfnissen der
Kunden orientieren. Dazu hat er ein internes Verbesserungsprogramm
gestartet. Betriebsbedingte Kündigungen gab es unter Fercho
wie versprochen nicht. Allerdings klagt die Branche derzeit eher
über Fachkräftemangel als über zu große
Belegschaften.

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