Seite wählen

Hirschau (ots) – Conrad gibt neue Partnerschaft
mit SAP, Compaq und evivax bekannt. Deutliches Wachstum im
Internetversand um 90 Prozent auf 105Millionen Mark und
Bündelung des Internetgeschäftes unter der Dachmarke
Conrad.

Die Conrad-Gruppe wird in den nächsten Jahren ihre
Internetaktivitäten weiter ausbauen. Hierzu gab gestern Werner
Conrad, Geschäftsführer der Conrad Holding, eine
Partnerschaft mit dem Softwareunternehmen SAP, dem
Hardwarehersteller Compaq und dem IT-Dienstleister evivax sowie
organisatorische Veränderungen im Internetbereich von Conrad
bekannt. Mit den drei Unternehmen soll eine neue
E-Commerce-Plattform auf Basis von mySAP.com aufgebaut und die
technologischen Voraussetzungen geschaffen werden, interne Prozesse
verstärkt auf das Internet zu verlagern. Gleichzeitig werden
die bisher von der Conrad.com AG wahrgenommenen
Internetaktivitäten unter dem Dach der Conrad Gruppe
gebündelt.

Werner Conrad sieht in der Zusammenarbeit mit SAP, Compaq und
evivax einen weiteren Meilenstein des Unternehmens im Internet:
„Mit unseren Investitionen bereiten wir uns auf die zweite Stufe
der Internetentwicklung vor.“ Dort würden nach Conrad nur
ganzheitlich agierende und vernetzte Unternehmen erfolgreich sein.
Die neue Plattform unterstützt unsere Multi-Channel-Strategie
durch die schnellere Präsentation von Neuprodukten im Internet
und durch eine vertiefte Integration der Geschäftsprozesse im
E-Business. Werner Conrad weiter: „Ich bin fest davon
überzeugt, dass wir mit unserer Partnerschaft und unserem
Organisationsmodell schon sehr bald zahlreiche Nachahmer finden
werden!“

Bewährte Partnerschaften
Neben der nun geschlossenen Internet-Partnerschaft arbeitet Conrad
mit SAP (www.sap.com), Compaq (www.compaq.com) und evivax
(www.evivax.de) bereits erfolgreich in anderen Bereichen
zusammen.

So entschied sich das Familienunternehmen bereits vor drei
Jahren für die komplette Einführung einer SAP-Lösung
in der Finanzbuchhaltung, im Controlling, im Einkauf, in der
Auftragsbearbeitung, der Logistik und der Qualitätssicherung.
Durch den Einsatz der Branchenlösung mySAP Retail sowie mySAP
CRM erfüllt SAP die E-Commerce-Anforderungen von Conrad.
Christine Paustian, Leiterin des Geschäftsbereichs Handel
& Konsumgüterindustrie der SAP Deutschland AG & Co. KG
und verantwortlich für das Projekt bei Conrad, betonte, dass
die jüngste Partnerschaft für SAP im Versandhandel
wegweisend sein wird: „SAP ist das führende Unternehmen
für E-Business-Softwarelösungen. Nach der Integration und
Optimierung der Geschäftsprozesse mit mySAP Retail freuen wir
uns jetzt besonders über die Entscheidung, diese Abläufe
mit mySAP CRM nun auch auf das Internet auszudehnen. Durch die
Integration von Internetanwendungen mit der SAP-Lösung
gewährleistet mySAP CRM mehr Effizienz, kürzere
Bearbeitungszeiten und damit höhere Kundenorientierung. Wir
sind sicher, dass Conrad mit unserer Branchenlösung mySAP
Retail eine prominente Rolle im elektronischen Handel einnehmen
wird.“

Mit Compaq besteht seit 1998 eine Kooperation. Nach einer
umfassenden Hardware- Auswahl entschied sich Conrad Electronic bei
der Einführung von SAP bereits für den globalen
Hardwarehersteller. Über Compaq erfolgte die Auswahl,
Konfiguration und Installation der Server, auf denen die
SAP-Lösung läuft. Durch die neue Partnerschaft im
Internet steuert Compaq künftig auch die Hardwareausstattung
für die neue mySAP-Lösung bei. Ausschlaggebend für
die Wahl von Compaq waren die Kompetenz im SAP-Umfeld, die hohe
Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. „Wir freuen uns,
Conrad bei der neuen integrierten E-Commerce-Lösung mit
unseren auf Unix (Tru64) und NT/W2000 basierenden Servern die
notwendige Performanz und Verfügbarkeit zur Verfügung
stellen zu können. Compaq begleitet dieses innovative Projekt
direkt aus dem SAP Competence Center und unterstützt so
Conrad, SAP und evivax bei der Integration der Technologie“, so
Klaus Wagner, Leiter Compaq/SAP Competence Center.

Für die evivax IT Consulting GmbH, ein auf SAP/Internet
spezialisiertes Beratungsunternehmen, unterstrich Erik Denkena,
einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens, dass
dieses Projekt bei Conrad Electronic ein Meilenstein für alle
beteiligten Partner darstellt: „Wir freuen uns auf dieses Projekt
und sind stolz, ein solch renommiertes Unternehmen wie Conrad in
eine neue SAP/Internet-Zukunft begleiten zu dürfen“. Das in
Darmstadt ansässige Unternehmen verantwortet die
Implementierung, Anpassung und den Support der neuen
Internet-Plattform. Zuvor realisierte evivax bei Conrad bereits
erfolgreich Projekte im SAP-Umfeld, etwa bei der
Prozesskostenrechnung, der Business Warehouse-Beratung oder der
Zusatzentwicklung einer integrierten
Online-Bonitätsprüfung. Das dabei gewonnene
Conrad-spezifische Know-how macht evivax nun zum idealen Partner
bei der Verknüpfung von SAP-Standardsoftware und
Internettechnologie.

Boomender Internetversand von Conrad
Die Partnerschaft zum Aufbau einer einheitlichen
mySAP.com-Plattform trägt dem rasant wachsenden
Internetgeschäft von Europas größtem
Elektronik-Spezialversender Rechnung. Für das Jahr 2000
bezifferte Conrad den Internet-Umsatz mit 105 Millionen Mark, eine
Steigerung um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr (55 Millionen
Mark). Das tägliche Bestellvolumen im Internet liege derzeit
bei 4.400 Bestellungen pro Tag, die Anzahl der Seitenaufrufe ist
auf 14,4 Millionen pro Monat gestiegen. „Wir haben schlicht und
ergreifend den Umsatz im Internet jedes Jahr nahezu verdoppelt“, so
Conrad. Dafür habe das Unternehmen konsequent, aber im
Vergleich zur Konkurrenz moderat, in sein Internetgeschäft
investiert.

Auf Grund des starken Wachstums des dritten Vertriebsweges wird
die Entwicklung und Implementierung der neuen Softwareplattform
immer dringlicher. Durch die Expertise der drei Partner werde
künftig das Bestellen per Internet noch attraktiver, in dem
neue Funktionalitäten und eine noch stärkere
Leistungsfähigkeit das Internetangebot von Conrad
auszeichnen.

E-Enterprise Conrad – alle Internetaktivitäten
künftig unter einem Dach

Außer in seiner Funktion als dritter Vertriebsweg neben
Kataloggeschäft und stationärem Handel wird das Internet
bei Conrad verstärkt in internen Prozessen genutzt und ist in
zahlreichen Bereichen bereits im Einsatz. Ob bei der Anbindung von
Lieferanten, der elektronischen Beschaffung, hausintern als
Intranet, zur elektronischen Auftragserfassung oder zu
Kundenbindungsmaßnahmen – überall durchdringen
webbasierte Prozesse das Unternehmen.

Daher müsse laut Conrad Abschied vom Gedanken genommen
werden, das Internet ausschließlich als Vertriebsschiene zu
sehen. „Vielmehr gilt es in Zukunft, die gesamte
Wertschöpfungskette der Conrad-Handelsaktivitäten in eine
ganzheitliche E-Enterprise zu integrieren“. Somit müsse das
Unternehmen sicherstellen, dass die erfolgreiche und von den Kunden
gewünschte „Multi-Channel-Strategie“ weiter aktiv und schnell
über alle Vertriebswege ausgebaut wird. Werner Conrad:
„Ich bin sicher, dass wir dies wesentlich rascher und effizienter
erreichen, wenn wir unser Internetgeschäft in die Conrad
Gruppe integrieren“. Als Unternehmen profitiere künftig die
ganze Gruppe von den bisherigen Erfahrungen des Internetbereiches,
zum Beispiel durch Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit und
einer weiteren Optimierung seiner Prozesskosten.

Multi Channel-Strategie für den Erfolg im Internet der
zweiten Generation

Auf Grund der technischen und organisatorischen Änderungen
sieht sich das Familienunternehmen hervorragend für die
Internetentwicklung der zweiten Generation vorbereitet. Nach dem
Zusammenbruch der Internet-Spekulationsblase schälen sich nun
die überlebensfähigen Unternehmungen der Web-Economy
heraus. Im Versandhandel zeige sich, dass das Internetgeschäft
dabei nun wieder verstärkt den traditionellen Anbietern
zufließt, die über umfangreiche Erfahrung im
Versandhandel verfügen.

Für E-Retailer sei es folglich unabdingbar, die gesamte
Wertschöpfungskette vom Einkauf bis zum Versand abzudecken und
über mehrere bewährte Vertriebskanäle zu
verfügen. „Deshalb forcieren wir auch in den nächsten
Jahren konsequent unsere Multi Channel-Strategie“, so Werner
Conrad. In Zukunft müsse noch stärker als bisher darauf
eingegangen werden, wann, wo und wie Kunden bei Conrad einkaufen
möchten. Als aktuelle Beispiele nannte der Familienunternehmer
den Ausbau der Internet-Ausstattung am Point of Sale (POS) oder die
Zusammenarbeit mit der schlott sebaldus Gruppe im Bereich
Produktpräsentation und Cross Selling im Internet.

Dem Internet komme bei Conrad damit in den nächsten Jahren
eine zentrale Bedeutung als Vertriebskanal, als Plattform für
den Ausbau der Kundenbeziehungen und als Werkzeug zur Optimierung
bestehender Geschäftsprozesse zu. Um davon zu profitieren,
werde das Unternehmen in den nächsten Jahren im Rahmen der
heute beschlossenen Partnerschaft erhebliche Investitionen
tätigen. „Ich bin sicher, dass wir in einigen Jahren
mindestens ein Viertel unserer Umsätze über Internet
erzielen werden und deutliche Einsparungen durch die Verbesserungen
von Prozessen realisieren werden“ schloss Werner Conrad seinen
Ausblick.

Conrad Electronic: Elektronik-Technik-Durchblick
Conrad Electronic ist mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Mark,
2.500 Mitarbeitern und einem über 50.000 Artikel umfassenden
Sortiment das größte Elektronik-Spezialversandhaus in
Europa. Das in Hirschau in der Oberpfalz ansässige
Familienunternehmen hat 24 Verkaufsfilialen, sowie Tochter- und
Partnerunternehmen in den wichtigsten europäischen
Ländern. Neben dem stationären Handel und dem
Versandgeschäft stellt das Internet die dritte Säule der
erfolgreichen Expansion von Conrad Electronic in Europa dar.

ots Originaltext: Conrad.com AG


09.04.2001 Mummert sieht SAP wieder auf Erfolgkurs
SAP sei bei Internet-Software wieder auf Erfolgskurs, die Skepsis
der deutschen Wirtschaft in Bezug auf die E-Business-Kompetenz des
Walldorfer Softwarehauses dagegen Vergangenheit. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Umfrage der Unternehmensberatung Mummert unter 300
Verantwortlichen für IT und Logistik in der deutschen
Wirtschaft.

Demnach planen 78 Prozent der IT- und Logistikfachleute,
zukünftig E-Business-Lösungen der SAP einzusetzen. Nur 16
Prozent sprachen sich dagegen aus. Oracle und IBM liegen in der
Umfrage deutlich zurück: 58 beziehungsweise 71 Prozent der
Befragten wollten deren E-Business-Lösungen nicht einsetzen.
Auch die amerikanischen B2B-Spezialisten liegen der Befragung
zufolge nicht hoch im Kurs: Lediglich fünf Prozent der
IT-Entscheider vertrauen auf Anwendungen von Commerce One, jeweils
vier Prozent auf Ariba und i2.

Allerdings: 40 Prozent der von Mummert Befragten kannten
Commerce One und Ariba gar nicht, Softwarehersteller i2 war sogar
für zwei Drittel der Befragten ein unbeschriebenes Blatt.

Vor einem Jahr ergab eine Mummert-Umfrage zu
Software-Präferenzen im Bereich E-Business ein düsteres
Bild für SAP: Nur 28 Prozent der SAP-Anwender in der deutschen
Industrie gaben damals an, sich auch für
E-Business-Anwendungen aus diesem Hause entschieden zu haben.
Gerade im B2B-Bereich wurde den Walldorfern nicht viel
zugetraut.

Die Gründe für das wiedergewonnene Vertrauen sieht
Mummert zum Einen darin, dass sich die Unternehmen nach dem
überstandenen Jahr-2000-Wechsel wieder auf Investitionen in
das E-Business konzentrieren. Die elektronische Beschaffung
(E-Procurement), die Steuerung und Auswertung der
Kundenkommunikation per Customer Relationship Management (CRM) und
das Management der Wertschöpfungskette (Supply Chain
Management) stehen nach Mummert-Ansicht auf der
Prioritätenliste deutscher Unternehmen ganz oben.In diesen
Bereichen habe die SAP bei der Funktionalität ihrer Software
große Fortschritte gemacht, meint Otto Friederich von
Mummert, der die Handhabbarkeit des E-Business-Produkts „mySAP.com“
verbessert sieht.

Das Walldorfer Unternehmen hat ausserdem eine neue Tochter
gegründet, die Unternehmensportale vermarkten soll und dazu
mit Yahoo kooperiert.