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09.04.2014- Salesforce.com President und Vice Chairman Keith Block hat in der Vorwoche einen verbalen Angriff gegen das deutsche Softwarehaus SAP gestartet. Salesforce.com will SAP als weltgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware ablösen, so die vollmundige Ankündigung von Block im Rahmen der Salesforce1 World Tour in Boston.

Aktuell ist die Walldorfer Softwareschmiede mit seiner Enterprise Ressource Planing (ERP) Software mit Umsätzen von 16,8 Mrd. Euro noch der weltweit drittgrößte Softwarehersteller. Allerdings ist die amerikanische Salesforce.com dem deutschen Softwareunternehmen bereits auf den Fersen. Laut Gartner ist Salesforce.com die erste Cloud-Softwarefirma überhaupt, die im vergangenen Jahr den Sprung unter die Top-10-Softwareanbieter schaffte.

Salesforce.com wächst am schnellsten
Die Äußerungen von Block, einem ehemaligen Oracle-Manager, der im vergangenen Jahr zu Salesforce.com gestoßen war, kommen nicht von ungefähr. Salesforce.com wuchs unter den Top-10-Herstellern im vergangenen Jahr nachweislich am schnellsten. In diesem Jahr dürfte der Salesforce-Umsatz erstmals die Umsatzmarke von 5,0 Mrd. US-Dollar überschreiten. Analystenhäuser aus dem Hause Pacific Crest glauben, dass Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) auch in den nächsten Jahren um rund 30 Prozent jährlich wachsen wird.

Wie das Unternehmen dieses ehrgeizige Ziel erreichen will, deutete Salesforce.com ebenfalls in der Vorwoche an. Mit der neuen New Industries Business will der Cloud-Spezialist mehr vertikale und industriespezifische Lösungen anbieten.

Salesforce.com goes vertikal – weitere Zukäufe erwartet
Dabei sollen insbesondere sechs vertikale Industriebereiche wie die Finanz- und Versicherungswirtschaft, Gesundheit und Wissenschaft, der Handel und die Konsumgüterindustrie, sowie die Kommunikations- und Media-Industrie als auch der öffentliche Sektor und die herstellende Industrie im Vordergrund stehen.

Neben der Fokussierung auf sechs vertikale Märkte, will Salesforce.com auch durch organische Weiterentwicklung, Partnerschaften oder – wie in der Vergangenheit bereits geschehen – durch Akquisitionen. Damit scheint klar: Salesforce.com wird auch weiterhin auf ausgesuchte Zukäufe setzen, um sein Geschäft auszubauen.

SAP gibt sich gelassen
Bei SAP gibt man sich derweil gelassen auf den Vorstoß von Salesforce.com. Gegenüber der PC World verwies der deutsche Softwarekonzern auf die Zahl der Cloud Application Nutzer. Hier ist SAP mit über 35 Millionen Anwendern in der SAP Cloud die Nummer eins.

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet Cloud-basierte CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen.

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com zu erhalten.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 100.000 Firmenkunden.

Weiter lesen unter:http://www.it-times.de/hintergrundbericht/salesforcecom-will-sap-als-groesster-unternehmenssoftwareanbieter-abloesen-103791/