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Car-IT die Zukunft im Kundenmanagement?       [26.07.2012]

MHP – Spezialist für Management und IT-Beratung stellt neue Geschäftsfelder vor

von Michael Schau

STUTTGART– MHP ist der Prozess- und IT-Berater schlechthin für
die deutsche Wirtschaft. Das Tochterunternehmen der PORSCHE AG mit weit
über 800 Mitarbeitern hat sich Gedanken gemacht, wie man die
Prozessoptimierung im Kundenmanagement der Automobilhersteller für die
Zukunft ausrichten muss.

Ein zentraler Bereich ist hier die Gewinnung multifunktionaler Daten mit
dem Ziel, die Kommunikation zwischen Auto und Hersteller zu
ermöglichen. Einfach gesagt passiert hierbei dasselbe wie bei einem
Rennwagen, der während des Rennens von der Box überwacht wird.
Allerdings birgt die Car-IT der Zukunft wesentlich umfangreichere
Informationsmöglichkeiten. So kann die Datenübertragung auf vielfältige
Weise genutzt werden:

Sicherheit
Durch die permanente Überwachung des Fahrzeugzustandes können beginnende
Verschleißerscheinungen oder Schäden bereits in der Entstehung
registriert werden. Die Daten werden vom Hersteller ausgewertet, der
Kunde wird über das Display im Fahrzeug informiert. Je nach Wichtigkeit
kann durch die Standortermittlung sofort eine nahegelegene Fachwerkstatt
empfohlen werden. Der Kunde gibt über den Touchscreen sein “OK” und die
Werkstatt wird verständigt.
Gleichzeitig können die Fehlerdaten an
die Fachwerkstatt übertragen werden. Kommt der Kunde dort an, weiß der
Werkstattleiter bereits alle Fakten. Die Fehlerbeseitigung kann zügig
und ohne Wartezeit vonstattengehen.

Kundenbeziehungsmanagement
Umfassende Kundeninformationen geben dem Hersteller die Möglichkeit, das
Kundenverhalten zu analysieren. Dabei kann es sich beispielsweise um
Daten zum Kaufverhalten handeln. Erreicht ein Fahrzeug die
Kilometerleistung, bei welcher der Kunde in der Regel auf ein neues
Fahrzeug wechselt, kann er so bereits im Vorfeld über die neuesten
Modelle informiert werden. Über das Display erhält er umfassende
Informationen und kann gleich eine Probefahrt vereinbaren. Damit wird
der Kunde bei seiner Marke gehalten, gleichzeitig wird der
Vertragshändler in seinen Verkaufsbemühungen unterstützt.

Dies sind nur einige, aber doch sehr wesentliche Einsatzbereiche der
Car-IT, über die Prof. Willi Diez vom IFA Institut eine umfassende
Studie entwickelt hat. Diese Studie macht deutlich, dass Hersteller,
Händler und Werkstätten sich künftig sehr viel mehr mit neuen
Informations- und Kommunikationssystemen auseinandersetzen müssen. Heute
ist es bereits schon so, dass der junge Fahrzeugkäufer nicht mehr das
Fahrzeug in den direkten Vordergrund stellt, vielmehr interessiert ihn,
wo der USB-Anschluss für sein iPhone ist. Auf diese geänderten
Kaufbedingungen muss sich die Automobilwirtschaft in den kommenden
Jahren einstellen.

Problematiken der Datenübertragung
Neben den Richtlinien des Datenschutzes muss für die Car-IT natürlich
gewährleistet sein, dass nur Daten übertragen werden, welche der Kunde
zuvor freigegeben hat. Allerdings leistet die CAR-IT einen wichtigen
Beitrag zur Verkehrssicherheit, indem fehlerhafte Fahrzeuge umgehend zur
Werkstatt geleitet werden. Trotzdem muss die Privatsphäre des Kunden
gewährt bleiben. Andererseits ist es einfach eine Sache der Entwicklung
der Menschheit, dass immer mehr Daten gesammelt werden.

Eine weitere Problematik stellt die enorme Datenflut dar. Hier müssen
Programme zur Auswertung und Speicherung entwickelt werden.

Denkt man mal weiter
Car-IT kann durchaus einen hohen Mehrwert generieren. So können Städte
und Gemeinden zum Beispiel ihr kulturelles Angebot bewerben. Kommt ein
Fahrer nach Ludwigsburg, erhält er schon am Stadteingang aktuelle
Informationen über Veranstaltungen wie die Schlossfestspiele. Über das
Display kann er sofort Karten ordern. Oder der Einzelhandel weist auf
besondere Angebote hin.

Das könnte alles so weit ausgedehnt werden, dass sogar der zukünftige
Neubürger einer Stadt auf Wohnungssuche direkt zu einem
Besichtigungstermin geleitet wird.

Man sieht, es gibt vielfältige Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten.
Die Entwicklung im IT-Bereich geht rasend voran, das sieht man bereits
an der Entwicklung der iPhones und er Erfindung der Apps. Trotzdem gibt
es heute noch große Unternehmen, die den Trend der Zeit nicht erkennen,
Nokia beispielsweise hat den Smartphonetrend total verschlafen und
hechelt heute hinterher.

IT-Berater wie MHP sind nicht nur spezialisiert auf die Entwicklung von
Lösungen, sondern können Trends durch intensive Marktbeobachtung und
Auswertung frühzeitig erkennen und reagieren. Das beste Beispiel dafür
ist die Entwicklung bei der PORSCHE AG.

Quelle:www.webzeitung-lb.de