Seite wählen

ERP-Spezialist verabschiedet sich von
„nicht-Fokus-Kunden“

Die Bäurer AG macht einen Schritt zurück und
konzentriert sich auf das Kerngeschäft mit ERP-Lösungen
für den Mittelstand, rund um die Plattform b2. „B2B
heißt bei uns aktuell back to basics“, sagte der
Vorstandsvorsitzende Heinz Bäurer in einer Pressekonferenz auf
der CeBIT.

Von der bestehenden Kundenbasis, die in Deutschland etwa 2000
und insgesamt etwa 2500 Unternehmen umfasst, fallen etwa 60 Prozent
in die Fokusbranchen, die anderen 40 Prozent verlieren ihre
Plätze in der ersten Reihe.

Auch wenn Bäurer sagt: „Wir werden diese Kunden sicher
nicht bitten, zur Konkurrenz zu gehen“, müssen sich die
Hinterbänkler überlegen, wie sie für die Zukunft
planen. Sie bekommen für ihre Softwarelösungen noch eine
Zeit lang den vollen Support, weiter entwickelt werden jedoch nur
die Kernbereiche um b2.

Im Rahmen der Neupositionierung als ERP-Branchenspezialist will
sich Bäurer auf sechs Kernbranchengruppen konzentrieren, die
als „Fokus-Branchen “ bezeichnet werden: Technischer Handel, Metall
be- und verarbeitende Industrie, Apparatebau und Fahrzeugbau sowie
Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und Elektronik und
Kunststoffindustrie.

Für Heinz Bäurer ein notwendiger Schritt in einem von
Konsolidierung geprägten Markt: „Nur so haben wir eine Chance
zu überleben.“

Um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, hat sich
Bäurer zudem aus einigen zugekauften Bereiche wieder
zurückgezogen, etwa aus der Möbelindustrie. Auch das hoch
defizitäre Auslandsgeschäft wurde zurückgefahren und
soll künftig außer in der DACH-Region (Deutschland,
Österreich und Schweiz) nur noch über Partner erfolgen,
die auch die Lokalisierung übernehmen sollen. Dadurch will der
ERP-Anbieter auch die Entwicklungsressourcen bündeln.

Finanziell erhofft sich Bäurer durch die Neustrukturierung
positive Effekte in Höhe von etwa 15 Millionen Euro. Dazu
haben Gläubigerbanken die bestehenden Kreditlinien bis 2004
verlängert und auf Forderungen in Höhe von 7,7 Millionen
Euro verzichtet. Durch neu gewonnene Investoren hat das Unternehmen
außerdem eine zusätzliche Liquiditätsspritze in
Höhe von etwa 5 Millionen Euro bekommen. Die neuen Investoren
halten demnach 27,8 Prozent des Aktienkapitals, der Anteil von
Heinz Bäurer beträgt 35 Prozent.