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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE vom 22.05.2001) – Die
Stuttgarter Softwareschmiede Brokat Technologies AG sucht
Investoren, um ihre Finanzierung für 2002 und danach zu
sichern. Firmensprecher Rainer Jung erklärte auf einer
Konferenz in Barcelona, man wolle keine weiteren Anteile auf dem
Kapitalmarkt verkaufen, sondern sich primär um strategische
Partner bemühen. Als Beispiel für eine Kooperation nannte
er den im vergangenen Jahr mit Siemens geschlossenen Deal, in
dessen Rahmen der Münchner Elektronikkonzern drei Prozent an
Brokat für rund 72 Millionen Euro erworben hatte. Siemens
erhielt im Gegenzug einen Sitz im Aufsichtsrat des Anbieters von
Software für E-Commerce-Infrastruktur. Beide Unternehmen haben
eine strategische Kooperation vereinbart, deren Ziel die
Entwicklung eines gemeinsamen Produkts für das Bezahlen von
Einkäufen übers Handy in Echtzeit ist.
Brokat ist durch die schwierige Marktsituation sowie hohe
Integrationskosten für seine in den USA zugekaufte Technologie
(Gemstone Systems und Blaze Software) in Bedrängnis geraten.
Der einstige Börsen-Highflyer, dessen Aktienwert in diesem
Jahr um 70 Prozent sank, hatte in seinem ersten Fiskalquartal 2001
einen Nettofehlbetrag von über 75 Millionen Euro ausgewiesen.
Um seine Kosten zu senken, kündigte das Unternehmen
Restrukturierungsmaßnahmen und Entlassungen an.