Seite wählen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE 07.06.2000) – Das
gebeutelte niederländische Softwarehaus Baan, das vor einer
freundlichen Übernahme durch den britischen Ingenieurkonzern
Invensys steht (Computerwoche.de berichtete), hat einem Bericht der
„Financial Times“ zufolge gegenüber der Amsterdamer Börse
eingeräumt, dass sein Eigenkapital („equity“) derzeit auf
Basis vorläufiger Zahlen negativ ist. Die desolate Finanzlage
werde sich voraussichtlich bis Ende des laufenden Quartals (30.
Juni) auch nicht ändern, so Baan.

Die Börse hatte das Statement angefordert, nachdem Baan im
vergangenen April den siebten Quartalsverlust in Folge bekannt
gegeben und mitgeteilt hatte, sein Eigenkapital sei auf knapp neun
Millionen Dollar zusammengeschmolzen. Damit drohte ein Ausschluss
von der Börse. Die allerdings hat angesichts der
bevorstehenden Akquisition durch Invensys eventuelle Sanktionen
zunächst ausgesetzt.

Den britischen Kaufaspiranten war nach eigenen Aussagen zum
Zeitpunkt des Angebots „die Finanzlage von Baan bewusst.“ CEO Allen
Yurko hatte bereits auf einer Pressekonferenz in der vergangenen
Woche erklärt, noch nie habe man ein Unternehmen so genau
unter die Lupe genommen („due diligence“) wie Baan.