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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE vom 31.10.2000) – Auf
der diesjährigen Herbstveranstaltung der Anwendergruppe Oracle
Applications Users Group (OAUG) in Honolulu, Hawaii, hagelte es
Kritik gegen den kalifornischen Datenbankspezialisten. So zeigten
sich die Konferenzteilnehmer vor allem über die Upgrades zur
neuen E-Business-Suite „11i“ verärgert. Moniert wurden
fehlerhafte Module, der mangelnde Support von Oracles Kundendienst
sowie die Unmengen von Bug-Fixes, deren Zahl einige Anwender auf
5000 schätzten. OAUG-Mitglied Donna Rosenstrater
erklärte, die im Mai veröffentliche Lösung für
Enterprise-Resource-Planning (ERP) und
Customer-Relationship-Management (CRM) sei in Wirklichkeit noch
nicht fertig.
Auffällig war zudem die sparsame Teilnahme von
Oracle-Repräsentaten an der Anwenderkonferenz. Statt der 800
Mitarbeiter, die zu der vergangenen Frühlingskonferenz
erschienen waren, kamen diesmal nur 100 Firmenvertreter. Die
Anwender jedenfalls fühlen sich von dem Datenbank-Spezialisten
im Stich gelassen. Ein Teilnehmer bemerkte bitter: „Wir geben
Millionen von Dollar aus, um Oracle in unseren Unternehmen zu
installieren. Ich kann nicht einfach am nächsten Tag sagen,
´Auf Wiedersehen, Larry [Ellison]. Ich gehe zu
Peoplesoft.´ Ich habe das Gefühl, sie nutzen die
Situation aus. Wir fühlen uns gefangen und hilflos.“

Oracles offensichtliches Desinteresse könnte freilich daran
liegen, dass der Datenbankexperte inzwischen mit der „Oracle
Applicationsworld“ seine eigene Anwenderkonferenz ins Leben gerufen
hat. Dies geschah, nachdem die OAUG Finanzierungsangebote von
Oracle mit der Befürchtung ausgeschlagen hatte, ihre
Unabhängigkeit zu verlieren. Ein Oracle-Sprecher
bestätigte, dass das Hauptaugenmerk des Unternehmens nun auf
der hauseigenen Konferenz liege. Aber immerhin könnten die
Anwender nun zwischen zwei Veranstaltungen wählen,
erklärte er.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE vom 31.10.2000) – Oracle hat am
gestrigen Montag eine Liste mit neuen Partnerunternehmen
veröffentlicht, die seine ASP-Geschäftseinheit
(Application-Service-Providing) „Business Online“
unterstützen. Neu dabei sind unter anderem Arthur Andersen,
Computer Sciences Corp., Deloitte Consulting und KPMG. Künftig
können Oracle-Kunden neben dem firmeneigenen Beratungsdienst
nun auch andere Anbieter für die Einführung und Betreuung
von Oracle-Software wählen, begründete der
Datenbank-Spezialist die Öffnung seines Services.